Neuigkeiten bei Cobots in KW 47

Neuigkeiten bei Cobots in KW 47

Nach 5 Wochen wird es mal wieder Zeit ein paar Neuigkeiten im Bereich kollaborierende Robotik vorzustellen. BMW wird bis Jahresende 40 Cobots in der Produktion einsetzen und Mercedes erweitert den Aufgabenbereich ihrer Cobots bei der Produktion der neuen E-Klasse. Dazu hat Yaskawa eine mobile Plattform mit Kinematik vorgestellt.

 

BMW setzt 40 kollaborierende Roboter ein

Im Deutschlandfunk gab es eine Diskussion über Cobots. Für diesen Bericht wurde Ralf Schönherr, Bereichsleiter für innovative Robotersysteme bei BMW, ebenfalls interviewt. Die Anzahl der Cobots bei BMW hat sich nach eigener Aussage verdoppelt – von 20 auf 40 Einheiten. Schon im Oktober wurde bekannt, dass MagnaSteyr bei der Produktion des neuen 5er BMW kollaborierende Roboter einsetzen wird. Im Bericht beschrieb Schönherr Cobots mit „Post-Kollision“-Prinzip.

 

Mercedes-Benz setzt bei der neuen E-Klasse Cobots ein

In einem Bericht in der Fachzeitschrift ‚Beschaffung aktuell‘ gab Markus Schäfer [Bereichsvorstand Mercedes-Benz Cars] bekannt, dass auch bei der Produktion der neuen E-Klasse in Sindelfingen kollaborierende Roboter zum Einsatz kommen. Neben der Montage von Doppelkupplungsgetrieben im Werk Hedelfingen durch Kuka’s LBR iiwa werden die Cobots nun in die Rohkarosserie eingesetzt und übernehmen ergonomisch angestrengende Aufgaben [bspw. Arbeiten über Kopf]. Ebenso wird derzeit getestet, ob der Cobot [gesteuert per Tablet und Wifi] bei der Montage des Dachhimmels helfen könnte. Schäfer gab auch an, dass nun ein Produktionsmitarbeiter bei der Montage von Head-Up-Displays eingesetzt wird. Vorher wurde diese Aufgabe durch Industrieroboter [in einer Schutzumgebung] durchgeführt. Ein Produktionsmitarbeiter hat sich für diese Aufgabe aber als flexibler erwiesen.

 

Yaskawa stellt mobile Plattform vor

Yaskawa hat eine mobile Plattform mit Kinematik vorgestellt. Diese ist mit einer „gewöhnlichen Kinematik“ ausgestattet aber eine Kombination mit Yaskawa’s neuem Cobot HC-10 ist sehr naheliegend. Damit würde Yaskawa in direkte Konkurrenz mit Kuka’s mobilem Cobot KMR iiwa treten.

 

 

 

Die Panikmache des Job-Futuromat

Die Panikmache des Job-Futuromat

Die ARD hatte vor ein paar Wochen eine Themenwoche: „Die Zukunft der Arbeit“. Seit einigen Tagen gibt es in den sozialen Medien nun größere Diskussionen zu diesem Thema. Ausgelöst wurden diese Diskussionen durch eine, im Rahmen der Themenwoche erstellten, Homepage: job-futuromat.ard.de

Ich habe einige Berufe in diesen Futuromat eingegeben und mir die Zahlen mal angeguckt. Die Aufgaben eines BWLer im Personalmanagement können heute schon zu 15% von Maschinen übernommen werden. Wenn man an den Schiebereglern einiges verändert, fällt auf, dass die 15% durch die Aufgabenbereiche ‚Kosten- und Leistungsrechnung‘ und ‚Kalkulation‘ zustandekommen. Das Absurde daran ist, dass heute diese Aufgabenbereiche schon zum größten Teil durch Maschinen übernommen werden. Die ARD, die Bundesagentur für Arbeit [Auftraggeber der Studie] und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung [Urheber der Studie] haben wohl noch nie von Excel, SAP oder SPSS gehört.

Ich habe auch noch andere Berufe untersucht und halte diesen Futuromat für eine bodenlose Frechheit. Die Studie ist 34 Seiten dünn [10 Seiten davon sind Anhang], selbst Bachelorarbeiten sind länger. Die Studie schließt mit dieser Einschätzung ab:

Historisch betrachtet lässt sich zeigen, dass auch in den vergangen Jahrhunderten Berufe seltener verschwunden sind, sondern sich an die neuen Gegebenheiten angepasst  haben.  So  waren  die  Fertigkeiten  und  Kenntnisse  des  Stellmachers  (oder Wagners),  der  ursprünglich  Wagenräder  und  Kutschen  aus  Holz  fertigte,  mit  dem Aufkommen  der  Eisenbahn  als  Waggonbauer  oder später als Karosseriebauer in der Automobilindustrie äußerst  begehrt.  Vor  diesem  Hintergrund  gehen  wir  auch davon aus, dass Berufe nur in den seltensten Fällen gänzlich verschwinden werden. Berufe werden sich vor allem verändern. Wir können mit den vorliegenden Analysen zwar nicht abschätzen, wie sich die Berufe verändern werden; wir können aber sagen,  dass  sich  die  Berufe  darin  unterscheiden,  wie  stark  sie  sich  durch  die  Einführung  digitaler  Technologien  in  den  nächsten  Jahren  verändern  werden. Ob wenn die  leicht  automatisierbaren  Tätigkeiten  durch  computergesteuerte  Maschinen  erledigt  werden  können–  die  Arbeit  der  (von  diesen  Aufgaben  entbundenen)  Beschäftigten interessanter und anspruchsvoller oder doch eintöniger und primitiver wird, ist eine  Frage  der  Ausgestaltung.  Die  neuen  digitalen  Technologien  stecken  lediglich den Rahmen fest, in dem sich auch neue Freiräume für den Zuschnitt von Arbeitsplätzen und Berufen bieten.

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben einen Bildungsauftrag und dieser ist mit einer solchen Panikmache nicht vereinbar. Im Rundfunkstaatsvertrag wird auf einen Bildungsauftrag hingewiesen und an den sollte sich die ARD halten. Eine solche undifferenzierte und oberflächliche Berichterstattung erwarte ich von Privatsendern aber nicht von einer gebührenfinanzierten Medienanstalt die dem Allgemeinwohl dienen soll.

Die Studie wurde vor 11 Monaten veröffentlicht und sollte damals eine Momentaufnahme darstellen, d.h. zum jetzigen Zeitpunkt sind die Einschätzungen schon längst veraltet. Die Oxford Business School hat mit ihrem Bericht „Technology at Work 2“ vor zehn Monaten einen qualitativ-hochwertigeren Bericht veröffentlicht und eine BCG-Studie vom letzten Jahr konkretisiert das Thema in Bezug auf Robotik.

 

Roboter werden immer mehr Arbeitsplätze ersetzen

Roboter werden immer mehr Arbeitsplätze ersetzen

Das Thema ist sehr kontrovers und polarisiert. Aber Fakt ist, dass in der Zukunft Roboter – vor allem kollaborierende Roboter – Arbeitskräfte in der Fertigung ersetzen werden. Es gibt verschiedene Studien mit teils gegensätzlichen Ergebnissen. Ich habe einige Studien der Boston Consulting Group, der Citigroup, des International Federation of Robotics, der Oxford Martin School und McKinsey durchgelesen.

Beispielsweise ist die Studie „Positive Impacts of Industrial Robots on Employment“ des IFR aus dem Jahr 2013 weit von Objektivität und wissenschaftlichen Standards entfernt. Allein die äußere Form lässt auf die Qualität der Studie schließen: keine Fußnoten, kein Literaturverzeichnis, Copy&Paste von Diagrammen. Ich habe die Studie nicht durchgelesen, sondern nur Teile der Zusammenfassung, da die Publikationen des IFR des öfteren von fragwürdiger Natur sind. Die Studie schätzt, dass eine bis zwei Millionen Arbeitsplätze durch „Robotik“ zwischen 2017 und 2020 entstehen werden.¹ Leider ist mir nicht klar ob weltweit, im Universum oder in den sechs Ländern [welche in der Studie teilweise vergleichend gegenüber gestellt werden]. Im späteren Verlauf der Studie wird klar, dass es nur 170.000 bis 190.000 neue Arbeitsplätze innerhalb der Robotikindustrie werden.² Die verbleibenden 800.000 bis 1,8 Mio. würden indirekt entstehen.

Andere Studien wie bspw. Frey et al. erwartet einen Anstieg um 100.000 Arbeitsplätze [zwischen 2012 und 2022 innerhalb der USA].³

Cobots ersetzen die menschliche Arbeitskraft

Die allgemeine Aussage, dass Roboter Arbeitsplätze schaffen werden, ist eine Lüge. Es werden neue Arbeitsplätze für hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem tertiären Bildungsbereich entstehen, aber es wird einen starken Arbeitsplatzrückgang für Personen mit primärer [oder sekundärer] Bildung geben.4 5 Die Tätigkeiten dieser Personen [in der Produktion] werden dann durch Industrieroboter, kollaborierende Roboter und Automatisierungssysteme durchgeführt. Es muss dazu gesagt, dass die Automatisierung von Branche zu Branche sehr unterschiedlich sein wird. Die Schätzungen liegen bei ein bis fünf Prozent in der Textilindustrie und 85 Prozent im Maschinenbau.6

Ich gebe Ihnen ein Beispiel für eine Arbeitskraft, welche durch Automatisierung bzw. Robotik gefährdet ist: Heinz ist 53 Jahre alt und Produktionshelfer in einem mittelständischen Betrieb  [100. Mio € Jahresumsatz, Automobilzulieferer]. Er hat eine Bäckerausbildung, musste aber nach ein paar Jahren den Beruf aufgrund einer Mehlallergie aufgeben. Nun arbeitet er für 12.50 €/Stunde als Produktionshelfer an einer Maschine. Die Tätigkeit ist monoton und bei Problemen wendet sich Heinz an den Vorarbeiter oder Schichtleitenden Industriemechaniker. Der heutige Stundensatz für einen Roboter beträgt $10 bis $20 [ca. 9€ bis 18€ pro Stunde].7 Der Industrieroboter ist schneller als Heinz, d.h. Heinz kann man ersetzen und eine Kostenersparnis [aufgrund der gesteigerten Produktivität] ist sehr wahrscheinlich. Sirkin et al. schätzt, dass Roboter die menschliche Arbeitskraft ersetzen, sobald der Betriebsstundensatz 15 Prozent niedriger als der Stundenlohn liegt.8 In Deutschland müsste der Satz also 7,22 € betragen [ohne die Produktivitätssteigerung mit eingerechnet].

Der Betriebsstundensatz für Roboter wird innerhalb der nächsten Jahre weiter fallen, vergleichbar mit der Amortisationsdauer eines Roboters: Im Jahr 2010 betrug diese 5,3 Jahre und 2015 nur noch 1,7 Jahre.9

Aber nicht nur einfache Produktionstätigkeiten sind durch Automatisierung gefährdet. Schon 2013 legten Frey und Osborne in einer Studie nahe, dass 57 Prozent aller Arbeitsplätze [innerhalb der OECD Mitgliedsstaaten] durch Automatisierung [mit Hilfe von Computern] gefährdet sind.10 Konträr dazu erwartet die Unternehmensberatung McKinsey in einer Studie, dass gerade einmal 5 Prozent aller Arbeitsplätze komplett automatisiert werden könnten.11 Des weiteren wurde ausgeführt, dass „mehr als 10 Prozent“ des Aufgabenbereichs eines Arbeitnehmers [im Marketing] von Maschinen übernommen werden könnten.12

Dieser Gefährdung kann man entgegnen, indem man Arbeitstätigkeiten übernimmt, welche Kreativität, soziale Intelligenz und räumliche Auffassungsgabe erfordern.13

Die Polarisierung des Themas liegt auch an der ignoranten Sichtweise der westlichen Industrienationen bzw. deren Bürger. Wenn Zahlen genannt werden, wie bspw. 57 Prozent aller Arbeitsplätze, gehen die Menschen immer davon aus, dass damit ihre Arbeit gemeint ist, weil diese ja so wichtig sei. In China sind sogar 77 Prozent aller Arbeitsplätze gefährdet.14

Arbeitsplätze entstehen im tertiären Sektor

Es werden aber auch Arbeitsplätze entstehen. Die EU schätzt, dass 8 Mio. Arbeitsplätze im Gesundheitswesen [zwischen 2010 und 2020] entstehen werden.15 In anderen Branchen ist dies genauso. Jede Volkswirtschaft folgt der ‚Drei-Sektoren-Hypothese‘: erst folgt der Übergang von primären Sektor (Landwirtschafts etc.) zum sekundären Sektor (Industrialisierung). Danach folgt schlussendlich der Übergang zu einer Dienstleistungsgesellschaft (tertiärer Sektor). Aufgrund der Automatisierung wird sich dies nun verändern und die drei Sektoren werden in „automatisiert“ und „nicht-automatisiert“ einteilbar sein. Nicht automatisierte Bereiche im tertiären Sektor sind bspw. das Bildungswesen, die Forschung oder die Betriebswirtschaft.

Automatisierung an der Drei-Sektoren-Hypothese
schematische Darstellung

 

Einige Entwicklungsländer werden vom primären Sektor sofort zum tertiären Sektor übergehen, da andere Volkswirtschaften die Produktion [aufgrund von Automatisierung] besser durchführen und sich der „Zwischenschritt“ für diese Entwicklungsländern nicht lohnt. Dadurch wird in Zukunft der Aufstieg solcher Entwicklungsländer zu Industrienationen [paradoxe Wortwahl] sehr schwierig.

Ein weiterer Faktor in dieser Diskussion ist der demografische Wandel in den Industrieländern. Viele Länder sehen die Automatisierung als Lösung für den Arbeitskräfteschwund [ausgelöst durch den demografischen Wandel] und erhoffen sich eine Kontinuität oder Steigerung ihrer Produktivität. Die Automatisierung und der demografische Wandel werden sich aber nur innerhalb verschiedener Bereich wie bspw. in der Produktion oder dem Transportwesen/Logistik begegnen. Eine vollständige Kompensation des demografischen Wandels durch Automatisierung und Robotik wird auf keinen Fall möglich sein.

 

Schlussendlich kann man sagen, dass Roboter viele Arbeitsplätze [im heutigen Sinne] ersetzen werden. Ein gesamtwirtschaftlich positiver Effekt von Robotern auf die Beschäftigungsrate ist nicht vorhanden. Aufgrund des technologischen Fortschritts wird es in neuen Bereichen [bspw. der New Economy] eine große Anzahl neuer Jobs geben, aber die Anzahl der Erwerbstätigen in der Fertigung wird immer weiter zurückgehen. Schon jetzt zeigt sich, dass Deutschland die Spitze an Erwerbstätigen [in Relation zum BIP pro Kopf] im Jahre 1970 erreicht hatte. Andere Länder wie die USA in 1953, Korea in 1989, China in 2010, Japan in 1973 oder Frankreich in 1974. Die Sorge, dass Roboter auch in den Dienstleistungsbereich eindringen, ist berechtigt – aber die Frage ist: Wollen wir im Restaurant von einem Menschen oder von R2D2 bedient werden?

 


Fußnoten:
1 – International Federation of Robotics (Hrsg.) (2013): Positive Impact of Industrial Robots on Employment, 2.Auflage, S.3.
2 – International Federation of Robotics (Hrsg.) (2013): Positive Impact of Industrial Robots on Employment, 2.Auflage, S.5.
3 – Frey, Carl Benedict; Osborne, Michael; Holmes, Craig; Citigroup (Hrsg.) (2016): Technology at Work v2.0 – The Future Is Not What It Used to Be, S.44.
4 – Frey, Carl Benedict; Osborne, Michael; Holmes, Craig; Citigroup (Hrsg.) (2016): Technology at Work v2.0 – The Future Is Not What It Used to Be, S.48.
5 – Sirkin, Harold L.; Zinser, Michael; Rose, Justin Ryan (2015): The robotics revolution . the next great leap in manufacutring, S.5.
6 – Sirkin, Harold L.; Zinser, Michael; Rose, Justin Ryan (2015): The robotics revolution . the next great leap in manufacutring, S.15f.
7 – Frey, Carl Benedict; Osborne, Michael; Holmes, Craig; Citigroup (Hrsg.) (2016): Technology at Work v2.0 – The Future Is Not What It Used to Be, S.26.
8 – Sirkin, Harold L.; Zinser, Michael; Rose, Justin Ryan (2015): The robotics revolution . the next great leap in manufacutring, S.7.
9 – Blend, Ben (2016): China’s robot revolution, In: Financial Times, URL: http://on.ft.com/2cYtRZ0.
10 – Frey, Carl Benedict; Osborne, Michael (2013): The Future of Employment: How Susceptible are Jobts to Computerisation?, University of Oxford 2013.
11 – o.A. (2016): Übernehmen Roboter das Marketing?, In: Harvard Business Manager, Nr.6 2016, S.11.
12 – ebd.
13 – Frey, Carl Benedict; Osborne, Michael; Holmes, Craig; Citigroup (Hrsg.) (2016): Technology at Work v2.0 – The Future Is Not What It Used to Be, S.12.
14 – Frey, Carl Benedict; Osborne, Michael; Holmes, Craig; Citigroup (Hrsg.) (2016): Technology at Work v2.0 – The Future Is Not What It Used to Be, S.7.
15 – Frey, Carl Benedict; Osborne, Michael; Holmes, Craig; Citigroup (Hrsg.) (2016): Technology at Work v2.0 – The Future Is Not What It Used to Be, S.45.
Neuigkeiten bei Cobots in KW 42

Neuigkeiten bei Cobots in KW 42

Diese Woche gab es wieder ein paar Neuigkeiten im Bereich der kollaborierenden Robotik. Kuka zeigt eine Neuentwicklung und stellt eine neue Partnerschaft vor. Bosch strafft sein Produktprogramm im Bereich kollaborierender Robotik und Fanuc Deutschland hat eine neue Geschäftsführung.

Kuka geht neue Partnerschaft ein

Das Augsburger Unternehmen geht eine Partnerschaft mit der paragon AG ein. Die paragon-Tochter Voltabox wird für den KMP 1500 ab nächstem Jahr die Batterien liefern. Der KMP 1500 ist ein AGV (automated guided vehicle).

Der mobile Cobot KMR iiwa basiert zwar auf der mobilen Plattform KMP omniMove 175, aber möglicherweise könnte die Kooperation auch auf dieses AGV ausgeweitet werden. Immerhin reichen die Batterien des KMR iiwa nur für 8 Stunden (Unternehmensaussage) und in den meisten Produktionsstätten ist Zweischichtbetrieb Standard. Durch die neuen NMC-Batterien wäre ein längerer Einsatz möglich.

Des weiteren hat Kuka eine Neuentwicklung für den LBR iiwa präsentiert. In Kooperation mit dem Technologiezentrum TCW und dem Unternehmen Schwaben Präzision hat Kuka ein Schraubwerkzeug mit (Druck-) Sensorik (O-Ton: „sensitivem Gespür“, „Fingerspitzengefühl“)  entwickelt.

 

Bosch richtet APAS-Produktprogramm neu aus

Die Robert Bosch GmbH hat das Produktprogramm um den kollaborierenden Roboter APAS assistant neu ausgerichtet. Wo auf der Hannover Messe noch die APAS family vorgestellt wurde, liegt nun der Fokus auf dem APAS assistant und dem Bildverarbeitungssystem APAS inspector. Der Cobot APAS assistant ist von der mobilen Plattform getrennt worden und ab sofort modular konfigurierbar, d.h. entweder alleinstehend, zusammen mit der mobilen Plattform oder mit der APAS workstation. Die APAS flexpress heißt nun APAS press und wird als kundenspezifische Lösung unter APAS custom vermarktet. Die Fernbereichsüberwachung APAS speedswitch ist ebenfalls modular zum APAS assistant buchbar.

 

FANUC Deutschland hat neue Geschäftsführung

Nach dem Abgang von Herrn Kramm wurden nun die neuen Geschäftsführer vorgestellt. Die Unternehmensführung wird in die Bereiche Vertrieb und Technik unterteilt. Ab dem 1.November ist Ralf Winkelmann für den Vertrieb und Matthias Fritz für den Bereich Technik.

Internet of Things und kollaborierende Roboter

Internet of Things und kollaborierende Roboter

Und wieder kann man zwei Buzzwords verbinden: Internet of Things und Cobots. Wohin sich der Markt für Cobots entwickelt, wurde schon einmal angeschnitten. Nun kann man die kollaborierenden Roboter bzw. alle Industrieroboter in Verbindung mit dem Internet der Dinge (IoT) setzen. Zu erst muss erwähnt werden, dass das ‚Internet of Things‘ von vielen (auch mir) als Synonym für den Begriff ‚Industrie 4.0‘ und umgekehrt genutzt wird. Der Begriff ‚Industrie 4.0‘ wurde jedoch von der Bundesregierung unter Frau Merkel eingeführt. Salopp gesagt: Industrie 4.0 ist ein Teil des Internet of Things. In anderen Ländern gibt es den Begriff nicht und die Amerikaner verwenden ‚Industrial Internet Consortium‘.

Nun kommen zu diesem Buzzword (also IoT) noch Cobots hinzu und man hat laut einigen Analysten den nächsten Moonshot. Nüchtern betrachtet ist die Kombination der beiden Technologien sinnvoll und wird die Effizienz sowie Kosten der Produktion optimieren.

Keinen Maschinenausfall durch FANUC Cloud-Lösung

Im Januar hat Fanuc in Kooperation mit Cisco Systems zum Erfolg gebracht. Das mit ‚Zero-Downtime‘ betitelte Projekt¹ minimiert die Ausfallzeiten der Roboter fast bis auf 0 und konnte so die Gesamtanlageneffektivität signifikant erhöhen. Das ZDT System erlaubt es potenzielle Probleme bei Roboter, Controller oder Maschinen zu prognostizieren, indem:

With the FANUC ZDT solution, the robot is connected through a Cisco network and then into a Cisco edge compute data collector in the plant.The data relevant for the maintenance issue is sent to an analytic server in the plant where the analytics engine captures the “out of range” exceptions and predicts the maintenance need. Then, an alert is sent from the analytic server when parts need to be replaced, and an instruction about relevant procedures that should be followed is displayed.


Weitere IoT-Lösungen für Cobots

ABB hat im März ein Arbeitspapier über die Möglichkeiten des YuMi iVm. Internet of Things herausgebracht. In diesem Papier wird beschrieben, wie der Cobot über Machine Learning oder Teaching neue Arbeitsabläufe erkennt und diese dann in eine Cloud hochlädt. Danach könnten andere Cobots auf die Informationen in der Cloud zugreifen und die Arbeitsabläufe für das jeweilige Objekt ebenfalls durchführen².

Kuka sieht das IoT aus einer anderen Perspektive. Das Augsburger Unternehmen verbindet kollaborierende Roboter mit mobilen autonomen Plattformen (an sich schon eigenständige Roboter) und versucht so die interne Logistik in der Produktion zu optimieren. Eine solche Optimierung der Liege- und Transportzeiten führt innerhalb kürzester Zeit zu einer gesteigerten Effizienz, da 85 Prozent der Durchlaufzeit in einer Produktion aus Liege- und Transportzeit besteht.

Universal Robots hat sich zur Thematik ‚Internet of Things‘ noch nicht geäußert und bietet hier auch keine Lösungen an. Doch im Juni 2016 haben die Dänen ihren Appstore ‚UR+‘ vorgestellt. Der Appstore ist ein sehr guter Schachzug, da Universal Robots nun von den Entwicklungen anderer Unternehmen profitieren kann. Die Dänen müssen selbst keine IoT-Lösungen entwickeln, denn im Laufe der Zeit wird ein Partner des Appstore eine solche Lösung vorstellen. Das gleiche Konzept hat Apple damals eine Marktmacht verschafft und Salesforce zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber für SAP gemacht. Der Appstore vergrößert die Kundenbasis um einen Vielfaches. Bald könnte ein größeres Unternehmen eine erste Cloud- oder IoT-Lösung für die UR Modelle vorstellen.

Die Robert Bosch GmbH und SAP haben im September eine neue Kooperation im Bereich Software und Cloud-Technologien vorgestellt.

Das gemeinsame Vorgehen soll unter anderem Fertigungs- und Logistikprozesse beschleunigen und die Sicherheit sowie Qualität von Produkten und Services für Kunden erhöhen.

In der Pressemitteilung ist Bosch’s kollaborierenden Roboter APAS assistant mit keinem Wort erwähnt und auf der Website finden sich leider keine weiteren Hinweise über die Verbindung des APAS und IoT.

Rethink Robotics hat keine Mitteilungen über IoT-Lösungen und Yaskawa ist zwar im Verband IVI aber hat sich von offizieller Seite noch nicht übermäßig zu dem Thema geäußert³.

 

Alle genannten Unternehmen gehen mit ihren IoT-Lösungen in verschiedene Richtungen: Fanuc’s Lösung setzt an der Maschinenausfallzeit an, ABB betrachtet die Thematik im Sinne der ‚mass customization‘, Kuka’s Blick zielt auf die Optimierung der Durchlaufzeiten und Universal Robots öffnet sein Produktprogramm für Partner, um auf jeder Hochzeit tanzen zu können.

 

 

Fußnoten:

1 – durchgeführt bei General Motors und die ZDT Lösung wird nun in 27 Werken von General Motors genutzt 

2 – ohne je von einem Integrator dafür programmiert worden zu sein

3 – IoT wird im Jahresbericht 2016 als Teil der ‚Dash 25‘-Strategie erwähnt.

 

Bildquelle: Fanuc America Corp