Neuigkeiten bei Cobots in KW 46

Neuigkeiten bei Cobots in KW 46

Universal Robots und Marktforscher geben Studie über Cobot-Markt raus, Vox zeigt die divergierenden Meinungen über Arbeitsmarktveränderungen durch Roboter auf, Boston Dynamics zeigt neuen Roboter, Markt&Technik hinterfragt die Normierung von MRK, Wirtschaftsministerium sponsert amerikanischen Markteinstieg von Franka Emika und Rethink Robotics veröffentlicht Softwareupdate von Intera.

 

Über 10.000 Cobots in 2016 verkauft

Laut einer Studie der Shenzhen Gaogong Industry Research Consulting im Auftrag von Universal Robots wurden letztes Jahr 10.500 Cobots verkauft. Ich habe vor Kurzem selbst eine Marktanalyse aufgestellt und halte die Zahlen der Studie für realistisch. In meiner Analyse kam ich auf 7.530 verkaufte Einheiten, wobei ich weder Zahlen von ABB noch von Fanuc hatte. Die Differenz von 3.000 Einheiten erscheint mir aufgrund meiner Informationslücken plausibel.

 

Ökonomen streiten über den Einfluss von Roboter auf den Arbeitsmarkt

Es ist in vielen Medien die eine Frage: Vernichten Roboter unsere Jobs? Es gibt unterschiedliche Meinungen und Veröffentlichungen dazu. Die einen sagen Ja, die anderen sagen Nein. Ich hatte mich vor einem Jahr auch einmal dazu geäußert. Das Internetportal Vox hat in einem Video die zwei unterschiedlichen Seiten beleuchtet und zeigt, dass diese Diskussion schon mehrmals innerhalb der letzten Hundert Jahre geführte wurde. Für viele werden die Informationen nicht neu sein, aber trotzdem sehr interessant aufbereitet.

 

Boston Dynamics zeigt neuen Roboter

Das Tochterunternehmen von Softbank hat ein Video hochgeladen, in dem der neue Roboter SpotMini gezeigt wird. Die Quadrupedie ist sehr ausgeprägt und im Video sieht man, dass der Roboter auch hohe Geschwindigkeiten erreichen könnte. Die Bewegungen erinnern schon sehr an ein Tier. Schon im letzten Jahr hat Boston Dynamics (damals noch eine Tochter von Google) den SpotMini vorgestellt. Das neue Video zeigt aber eine in Serienproduktion herstellbare Version.

 

Experte sieht TS 15066 von Unternehmen nicht genügend Bedeutung beigemessen

Andreas Schunkert, Abteilungsleiter für technischen Support bei Universal Robots, spricht mit der Zeitschrift ‘Markt&Technik’ über die Normierung von MRK. Seiner Ansicht nach, ist die ISO/TS 15066 ein guter Ansatz, wird aber in Deutschland viel zu oft geringgeschätzt. Es ist interessant das Universal Robots dieses Problem selbst anspricht, immerhin sind die Dänen einer der größten Profiteure dieser Geringschätzung. Ein signifikante Anzahl von Applikationen würde bei einer strengen Auslegung der TS 15066, als auch der anderen Normen und EG-Maschinenrichtlinie 42/2006, nicht in Betrieb gehen. Demzufolge würde Universal Robots weniger Cobots verkaufen. Da UR die Konformitätsbewertung und Risikobeurteilung vollkommen ihren externen Partnern überlässt, hat dieses Finger-zeigen eine faden Geschmack.

 

Wirtschaftsministerium sponsert Franka Emika’s Markteintritt

Das Münchener Startup prescht in den letzten paar Monaten mit einer sehr hohen Geschwindigkeit nach vorne. Einen Kampfpreis für ihren Cobot, eine Nominierung für den Zukunftspreis und nun wird Franka Emika im Rahmen der Initiative ‘German Accelerator Tech’ beim Einstieg in den amerikanischen Markt unterstützt. Insgesamt werden 22 Startups an den Standorten Silicon Valley und New York von dem Programm profitieren. Den Münchnern werden mindestens für drei Monate (maximal neun Monate) bei ihren Aktivitäten im Silicon Valley unter die Arme gegriffen. Für die Startups sind alle Leistungen kostenlos und die Initiative wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bezahlt. Viele Robotikhersteller haben ihre Ländervertretungen für US-Markt im Mittlerer Westen angesiedelt, deshalb ist es wahrscheinlich, dass die Zeit im Silicon Valley zum Aufbau von Partnerschaften genutzt wird. Den Vertrieb von Redwood City aus zu beginnen, wäre strategisch nicht sinnvoll. Man muss Sami Haddadin aber schon applaudieren, da er zeigt, wie man mit wenigen Ressourcen den Markt von hinten aufrollen kann.

 

Rethink Robotics veröffentlicht Softwareupdate für Intera

Das Update auf Version 5.2 bringt eigentlich zwei wichtige Neuerungen. Zum einen können wichtige Kennzahlen direkt am Sawyer abgelesen werden (bspw. die Zyklusdauer), zum anderen ermöglicht die Software nun, dass externe Bildverarbeitungssysteme an den Sawyer angeschlossen werden können. Der Sawyer besitzt ein Bildverarbeitungssystem bzw. Bildverarbeitungssensor des Unternehmens Cognex: den Checker Vision Sensor. Des Weiteren besitzt er eine Kopfkamera. Welche Idee genau dahinter steckt, wird man wohl erst in einiger Zeit bei neuen Applikationen sehen können.

Neuigkeiten bei Cobots in KW 44

Neuigkeiten bei Cobots in KW 44

Teradyne investiert weiter in Universal Robots, Kuka will Produktion in China weiter erhöhen und Franka Emika ist für Zukunftspreis nominiert.

 

Teradyne investiert weiter in Universal Robots

Teradyne hat vor Kurzem die Zahlen für das dritte Quartal vorgestellt und konnte insgesamt ein hohes Plus verzeichnen. Die Division Industrial Automation mit Universal Robots legte nur gering zu. Gründe dafür waren laut Teradyne die Urlaubszeiten in Europa. Teradyne wird dieses Jahr bzw. nächstes Jahr mehr als 5 Millionen USD bei den Dänen investieren. Entwicklungen bzgl. höherer Nutzlasten sind nicht geplant. Ziel der Investitionen ist es, das Wachstum stabil zu halten und den Marktanteil zu verteidigen. Laut Unternehmensangaben schätzen die Amerikaner den Marktanteil auf über 60 Prozent, wobei ich sogar von über 70 Prozent ausgehe. UR hat bis jetzt über 18.000 Roboter (durchschnittlich 2 Roboter pro Kunde) verkauft.

 

Kuka verdoppelt Produktion in China

Kuka hat weiterhin steigende Umsätze und Auftragseingänge. CEO Till Reuter plant bis Ende des Jahres die Verdoppelung der Produktionskapazitäten in China, um den Bedarf des Marktes zu bedienen. ABB hatte im September schon angekündigt die Kapazitäten in China zu verdoppeln. Darauf reagiert Kuka scheinbar nun und wird bald 10.000 Roboter jährlich in Shanghai produzieren. Das Augsburger Unternehmen hat zudem kürzlich auch ein neues Forschungszentrum im Süden Chinas eröffnet.

 

Franka Emika für Deutschen Zukunftspreis nominiert

Das Münchener Startup Franka Emika ist mit ihrem Cobot Panda für den deutschen Zukunftspreis nominiert. Der Gründer von Franka Emika, Sami Haddadin, ist in der Branche kein Unbekannter und gilt als Koryphäe im Bereich der kollaborierenden Robotik. Der Professor der Universität Hannover hatte schon mal ein Startup mit Schwerpunkt Cobots gegründet und dieses dann an Kuka veräußert. Seitdem gibt es Streitigkeiten. Alleine in diesem Jahr wurden zwei außerordentliche Hauptversammlungen der Kbee AG angesetzt und wieder abgesagt. Grund: in dem Unternehmen stecken Technologie und Patente, die beide haben wollen. Wer letztlich als Gewinner vom Platz geht, bleibt ungewiss.

Rückblick auf das zweite Forum Mensch Roboter

Rückblick auf das zweite Forum Mensch Roboter

Am 23. und 24. Oktober fand in Stuttgart das Forum Mensch Roboter statt. Ich hatte im Vorhinein schon auf die Veranstaltung und einige Vorträge hingewiesen. Das Forum war mit über 120 Teilnehmern gut besucht.

Herr Panne von der Weka-Akademie eröffnete die Veranstaltung und anschließend führte Prof. Dr. Glück, Moderator der Tagung (und Chief Innovation Officer von SCHUNK), eine kurze Befragung durch. Es zeigte sich, dass viele Besucher erste Informationen und grundlegendes Wissen über MRK und Cobots besitzen, aber nur ein Dutzend Cobots (bzw. MRK-Lösungen) nutzt. Daraufhin begann die Keynote durch Thomas Pilz, geschäftsführender Gesellschafter der Pilz GmbH & Co. KG. Er führte in die Thematik ein und sagte, dass die Umsetzung von MRK-Lösungen komplex sei. Die Pilz GmbH & Co. KG hätte ein Jahr nach einer vernünftigen Möglichkeit (d.h. nach einer sinnvollen Aufgabe) gesucht, um MRK einzusetzen. Letztlich habe man sich für einen Bosch APAS entschieden. Die ISO-Norm TS 15066 hat laut Herrn Pilz ebenfalls einen Durchbruch im Bereich MRK gebracht. Er sieht einen Vorteil von MRK darin, eine älter werdende Arbeiterschaft produktiv zu halten.

Der zweite Vortrag geschah durch Dr. Umbreit von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall. Herr Dr. Umbreit vermittelte die Erfahrungen der BG im Bereich MRK und zeigte Probleme auf, warum eine MRK-Lösung bei einigen Aufgaben nicht durchgeführt werden konnte. Der Vortrag machte allen Teilnehmern die Gegebenheiten der Normung und Zertifizierung (trotz ihrer Komplexität) auf einfache Weise klar. Außerdem berichtete Dr. Umbreit von zwei Unfällen bei MRK-Lösungen, wobei sich zeigte, dass diese durch menschliches Versagen verschuldet waren.

Im nächsten Vortrag stellte eine Mitarbeiterin von Swisslog ihr Produkt itemPIQ (in Kombination mit der mobilen Station FlexFellow von Kuka) vor, welches mich sehr stark an den Bosch APAS mobile erinnert hat. In der weiteren Diskussion mit den Teilnehmern wurde an der Sinnhaftigkeit der vorgestellten MRK-Lösung gezweifelt, da sich der itemPIQ dauerhaft hinter Plexiglas befindet und ein Mitarbeiter gar nicht in die Umgebung des Manipulators gelangen kann. Für mich selbst war hinterher auch klar, dass die Kosten (welche zwar nicht genannt wurden, aber die Preise für die einzelnen Komponenten sind mir bekannt) in keinem Verhältnis zu einem (Produktivitäts- oder Sicherheits-) Gewinn stehen.  

Ein Vortrag direkt aus der Forschung kam von Prof. Dr. Hein. Der Professor des Karlsruher Institut für Technologie stellte die Forschungsprojekte TNS und SafeLog sowie erste Studien über Augmented Reality im Logistikbereich vor.

Der erste Tag wurde durch den Vortrag (welcher bereits im vorhinein mein Interesse geweckt hatte) des Anwalts Prof. Dr. Bräutigam beendet. Die Inhalte waren jedoch leider schwach, obwohl Prof. Dr. Bräutigam durch seine Vortragsweise den ganzen Saal für sich gewinnen konnte. Abschließend gab es noch eine Podiumsdiskussion und ein Abendessen.

Viele Sprecher und Teilnehmer betonten:

  • in Zusammenhang mit Normen die Wichtigkeit der Risikobeurteilung und -minderung bei MRK-Lösungen;
  • die zukünftige Anlagenplanung sollte mit einem Fokus auf MRK geschehen, derzeit erfolgt eher der Einbau von MRK-Lösungen in konventionelle Anlagen;
  • die Wichtigkeit der CE-Konformität aller MRK-Lösungen und
  • MRK nur einsetzen, wo es sinnvoll ist, da 9 von 10 Anfragen eigentlich nicht für MRK geeignet sind.

 

Integration von Cobots

Der zweite Tag des Forums hatte als Schwerpunkt die Integration von MRK-Lösungen. Einige bekannte Integratoren sowie Hersteller teilten ihre Erfahrungen mit. Ich war selbst an dem Vortrag über die Integration des ABB Yumi interessiert, da mir eine solche (außerhalb von ABB) nicht bekannt war. Die Umsetzung wurde gut durchgeführt, für den Kunden sprang eine Senkung des Ausschusses um 50 Prozent als kleiner Nebeneffekt der MRK-Lösung heraus. Leider waren die Kosten im Vergleich zu anderen Marktteilnehmern sehr hoch, auch wenn laut Aussage des Integrators der ROI nach zwei Jahren erreicht wurde.

 

Namhafte Aussteller zeigen Cobots und MRK-Greifer

Auf der Ausstellung während des Forums konnte ich mir auch den Cobot HC-10 von Yaskawa anschauen. Dieser ist ab 1. November 2017 auf dem Markt erhältlich. Die Auslieferung beginnt im Januar 2018. Yaskawa versucht damit keinen Angriff auf die Marktmacht von Universal Robots, sondern sieht es als sehr gute und sinnvolle Ergänzung zu ihrer Motoman-Serie. Der Preis im mittleren fünfstelligen Bereich zeigt dies auch. Sie wollen damit ihren bestehenden Kunden den Einstieg in die Mensch-Roboter-Kollaboration erleichtern. Unter den Ausstellern befand sich auch MABI Robotics mit ihrem Cobot Speedy. Ich hatte vor zwei Jahren zuletzt über die Planung bzw. erste Prototypen dieses Cobots gehört, aber seitdem die Schweizer nicht sehr intensiv verfolgt. Im Vergleich zur Konkurrenz wirkte der Cobot bei gleicher Traglast sehr massiv und groß. Dies hat natürlich auch eine größere Reichweite (von 1250 mm) als z. B. der LBR iiwa (von 820 mm) zur Folge. Die Schunk GmbH & Co. KG, Zimmer Group und Weiss Robotics zeigten einige Greifersysteme für verschiedene Cobots.  

 

Neue Cobots im Markt erwartet

Über strategische Themen wurde nur am Rande gesprochen, doch die Hersteller erwarten, dass im nächsten Jahr weitere Wettbewerber in den Markt eintreten werden. In Gesprächen wurde von einigen Teilnehmern als Beispiel auf das Startup Franka Emika aus München verwiesen. Marktführer Universal Robots sieht eines seiner Ziele darin, seinen Marktanteil von über 70 Prozent eben gegenüber solchen neuen Wettbewerbern zu verteidigen. Rethink Robotics (auf der Messe durch Hahn Robotics repräsentiert) ist zwar kein neuer Wettbewerber, aber man konnte auf der Veranstaltung merken, dass sie – unterstützt durch ein sehr gutes Marketing – einen signifikanten Marktanteil (in Deutschland) erreichen wollen. Aufgrund von Gesprächen und den Vorträgen habe ich das Gefühl, dass die Meinungen über die Nutzung von MRK-Lösungen bzw. Cobots in zwei Lager geteilt sind. Die einen sehen Cobots als Möglichkeit, dass Mitarbeiter Hand in Hand (z.B. bei der Montage) mit Robotern zusammenarbeiten und der Einsatz nur dann sinnvoll ist. Die anderen sehen Cobots und MRK-Lösungen als Möglichkeit die Produktion von Gütern kostengünstiger und effizienter zu gestalten, d.h. dass eine direkte Kollaboration nicht gewollt ist, aber die Technik durch das Wegfallen von Zäunen etc. ermöglicht, dass Mitarbeiter in direkter Nähe zu einem Cobot arbeiten. In diesem Fall ermöglichen Cobots die Automatisierung an Stellen in der Produktion, in denen ein Industrieroboter aufgrund des Gefahrenbereichs und seiner Schutzzäune nicht eingesetzt werden würde, da vorhandene Prozessschritte unterbrochen werden würden.

Die Tagung war für mich und die anderen Teilnehmer ein wirklicher Mehrgewinn. Einerseits konnte vieles mitgenommen werden, andererseits wurde man in den eigenen Erfahrungen und seinem Wissen bestärkt.

 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 40

Neuigkeiten bei Cobots in KW 40

Inteview mit dem CEO von iRobot, Rethink Robotics bringt „Cobot-StarterKit“ auf den Markt, ABB fädelt Kooperation mit TU Dresden ein und EU-Kommission zeigt Stand der Technik bei mobilen Robotern.

 

Interview mit Colin Angle, CEO von iRobot

Das Manager-Magazin hat ein Interview mit dem CEO von iRobot geführt. Colin Angle hat iRobot zusammen mit Rodney Brooks und Hellen Greiner in den 90er Jahren gegründet. Rodney Brooks ist später weitergezogen und hat Rethink Robotics aus der Taufe gehoben. Das Interview bietet zwar nicht viel Neues, ist aber eine nette Sonntagslektüre.

 

Rethink Robotics vermarktet Cobots nun in „StarterKit“

Rethink Robotics bietet seinen Sawyer in einem Starterpaket an. Dies Bündel, bestehend aus zwei Sawyer, zwei Greifer-Sets und zwei beweglichen Sockeln, richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen. Das Vorgängermodell Baxter scheint damit Geschichte zu sein. Inwieweit dieses Starterpaket Rethink Robotics bzw. Hahn Robotics weitere Marktanteile im deutschsprachigen Raum ermöglicht, ist fraglich. Ich gehe davon aus, dass sie dieses Paket zwar unter der Summe der Einzelpreise anbieten werden, aber warum ein KMU anstatt einem Cobot sofort zwei nutzen sollte, bleibt mir schleierhaft. Die Hemmschwelle für die Investition in kollaborierende Roboter ist jetzt noch sehr hoch.

Neben diesem Starterpaket ist der Sawyer nun auch vom TÜV Rheinland nach der gängigen ISO-Norm zertifiziert.

 

ABB beginnt Kooperation im Bereich Automatisierung

Der Schweizer Konzern hat eine neue Kooperation mit der TU Dresden angekündigt. Die Schwerpunkte der Forschungskooperation liegen im Bereich der modularen Automation, Digitalisierung in der Automation und Datenanalyse.

 

Europäische Kommission zeigt mobile Roboter

Die EU-Kommission hat mehrere Berichte und Case Studies über neue „Business Innovations“ herausgebracht. In diesen Berichten sticht ein Abschnitt über Cobots heraus. In einem Video zu der Thematik werden die Hersteller MiR Robots und Robotnik vorgestellt. Es handelt sich eher um mobile Roboter als um Cobots. Natürlich lässt sich wieder über die Definition streiten. Einerseits sind die mobilen Roboter auf ein Zusammenwirken mit dem Menschen angelegt, andererseits unterscheiden sie sich nicht von fahrerlosen Transportsystemen, welche seit Jahrzehnten in der Produktion genutzt werden.  Die gezeigten Bilder von MiR erscheinen mir auch eher wie ein von der EU finanziertes Werbevideo. Interessant finde ich, dass Robotnik schon ihre Roboter in einem Krankenhaus zur Logistik nutzt.

Forum Mensch Roboter in Stuttgart

Forum Mensch Roboter in Stuttgart

Diesen Herbst sind einige Fachmessen wie bspw. die PackExpo oder die Motek. Neben der Motek Anfang diesen Monats findet am 23. und 24. Oktober ein weitere interessante Veranstaltung im Bereich der Robotik und Automatisierung statt: das Forum Mensch Roboter. Aufgrund von anderen Terminen kann ich die Motek leider nicht besuchen, aber ich werde es schaffen am Forum teilzunehmen. Die Veranstaltung findet zum zweiten Mal in Stuttgart statt (letztes Jahr waren bspw. ABB, Bosch APAS, Kuka und Fanuc vertreten). Die Tagung beinhaltet neben einem dutzend Fachvorträgen auch einen Showroom mit ausgewählten Herstellern aus dem Bereich der Robotik und Automatisierung. Branchenführer wie Kuka, Yaskawa und Universal Robots werden dort vertreten sein.

Viele Cobots werden gezeigt

Vor allem die Fülle an Cobot-Herstellern wie Universal Robots, Easy Robotics, MABI, Hahn Robotics (exklusiver Vertrieb von Rethink Robotics) und Yaskawa ist sehr attraktiv. Ich werde dort die Möglichkeit haben, den Cobot von Yaskawa, den Motoman HC10, zum ersten Mal live zu erleben. Er wurde zwar schon auf einigen Messen gezeigt, aber leider hatte ich selbst noch nicht die Möglichkeit diesen in Augenschein zu nehmen. Die Dänen von Easy Robotics werden auch ihren mobilen Cobot ER5 (auf Basis der Modelle von Universal Robots) zeigen. Die Ausführung ist recht simpel aber sehr flexibel. Im Gegensatz zu CASTEC’s mobilen Cobot muss der ER5 geschoben werden, hat aber auch den Vorteil dünner und leichter als der i-Operator zu sein. Die Idee hinten diesen beiden mobilen Cobots ist grundverschieden. Der i-Operator ist eher für die Unterstützung der Logistik innerhalb der Produktion zuständig. Der ER5 ist eine mobile Version eines Cobots, der wie ein Mitarbeiter an verschiedene Station bewegt werden kann, je nach Produktionsablaufplanung.

Vorträge von Experten und Integratoren

Das Veranstaltungsprogramm ist zwar auf zwei Tage geteilt, könnte theoretisch aber auch stramm an einem Tag durchgezogen werden. Am ersten Tag werden eher allgemein gültige Vorträge über Entwicklung, Marktlage, Recht und Zertifizierung gehalten.

Die Berufsgenossenschaft wird den aktuellen Stand bei der Zertifizierung vorstellen und scheinbar auch auf die CE-Zertifizierung eingehen. Meine Erfahrungen sind in diesem Bereich noch rudimentär und ich erhoffe mir einen aufschlussreichen Vortrag von Dr. Umbreit. Ebenfalls ist die ISO-Norm (ISO TS 15066) für die Integration von kollaborierenden Roboter seit einem Jahr auf dem Markt und die BG wird ihre Erfahrung darüber vorstellen.

Der Vortrag, welcher mich persönlich am meisten reizt, ist von einem Fachanwalt für Informationstechnologierecht. Dr. Bräutigam wird auf die Rechtslage im Umgang mit Robotern eingehen: wer ist verantwortlich für Haftung oder IT-Sicherheitslücken bei kollaborierenden Robotern?

Am zweiten Tag zeigen Integratoren unterschiedliche Use-Cases mit verschiedenen Cobots wie LBR iiwa, Rethink’s Sawyer und ABB’s Yumi. Der Praxisvortrag über die Integration eines Yumi ist für mich ebenfalls ein Highlight. Ich habe schon einige Beispiele in Videos gesehen und in der Literatur gelesen, aber stehe einem doppelarmigen Cobot zur Unterstützung der Mitarbeiter immer noch skeptisch gegenüber. Die Firma Mayser GmbH & Co.KG wird auch ihr auf der Hannover Messe preisgekröntes System zur Werkzeugabsicherung durch Ultraschalltechnologie vorstellen.

Alles in Allem werden es produktive und informative Tage.