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Monat: November 2016

Neuigkeiten bei Cobots in KW 47

Neuigkeiten bei Cobots in KW 47

Nach 5 Wochen wird es mal wieder Zeit ein paar Neuigkeiten im Bereich kollaborierende Robotik vorzustellen. BMW wird bis Jahresende 40 Cobots in der Produktion einsetzen und Mercedes erweitert den Aufgabenbereich ihrer Cobots bei der Produktion der neuen E-Klasse. Dazu hat Yaskawa eine mobile Plattform mit Kinematik vorgestellt.

 

BMW setzt 40 kollaborierende Roboter ein

Im Deutschlandfunk gab es eine Diskussion über Cobots. Für diesen Bericht wurde Ralf Schönherr, Bereichsleiter für innovative Robotersysteme bei BMW, ebenfalls interviewt. Die Anzahl der Cobots bei BMW hat sich nach eigener Aussage verdoppelt – von 20 auf 40 Einheiten. Schon im Oktober wurde bekannt, dass MagnaSteyr bei der Produktion des neuen 5er BMW kollaborierende Roboter einsetzen wird. Im Bericht beschrieb Schönherr Cobots mit „Post-Kollision“-Prinzip.

 

Mercedes-Benz setzt bei der neuen E-Klasse Cobots ein

In einem Bericht in der Fachzeitschrift ‚Beschaffung aktuell‘ gab Markus Schäfer [Bereichsvorstand Mercedes-Benz Cars] bekannt, dass auch bei der Produktion der neuen E-Klasse in Sindelfingen kollaborierende Roboter zum Einsatz kommen. Neben der Montage von Doppelkupplungsgetrieben im Werk Hedelfingen durch Kuka’s LBR iiwa werden die Cobots nun in die Rohkarosserie eingesetzt und übernehmen ergonomisch angestrengende Aufgaben [bspw. Arbeiten über Kopf]. Ebenso wird derzeit getestet, ob der Cobot [gesteuert per Tablet und Wifi] bei der Montage des Dachhimmels helfen könnte. Schäfer gab auch an, dass nun ein Produktionsmitarbeiter bei der Montage von Head-Up-Displays eingesetzt wird. Vorher wurde diese Aufgabe durch Industrieroboter [in einer Schutzumgebung] durchgeführt. Ein Produktionsmitarbeiter hat sich für diese Aufgabe aber als flexibler erwiesen.

 

Yaskawa stellt mobile Plattform vor

Yaskawa hat eine mobile Plattform mit Kinematik vorgestellt. Diese ist mit einer „gewöhnlichen Kinematik“ ausgestattet aber eine Kombination mit Yaskawa’s neuem Cobot HC-10 ist sehr naheliegend. Damit würde Yaskawa in direkte Konkurrenz mit Kuka’s mobilem Cobot KMR iiwa treten.

 

 

 

Die Panikmache des Job-Futuromat

Die Panikmache des Job-Futuromat

Die ARD hatte vor ein paar Wochen eine Themenwoche: „Die Zukunft der Arbeit“. Seit einigen Tagen gibt es in den sozialen Medien nun größere Diskussionen zu diesem Thema. Ausgelöst wurden diese Diskussionen durch eine, im Rahmen der Themenwoche erstellten, Homepage: job-futuromat.ard.de

Ich habe einige Berufe in diesen Futuromat eingegeben und mir die Zahlen mal angeguckt. Die Aufgaben eines BWLer im Personalmanagement können heute schon zu 15% von Maschinen übernommen werden. Wenn man an den Schiebereglern einiges verändert, fällt auf, dass die 15% durch die Aufgabenbereiche ‚Kosten- und Leistungsrechnung‘ und ‚Kalkulation‘ zustandekommen. Das Absurde daran ist, dass heute diese Aufgabenbereiche schon zum größten Teil durch Maschinen übernommen werden. Die ARD, die Bundesagentur für Arbeit [Auftraggeber der Studie] und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung [Urheber der Studie] haben wohl noch nie von Excel, SAP oder SPSS gehört.

Ich habe auch noch andere Berufe untersucht und halte diesen Futuromat für eine bodenlose Frechheit. Die Studie ist 34 Seiten dünn [10 Seiten davon sind Anhang], selbst Bachelorarbeiten sind länger. Die Studie schließt mit dieser Einschätzung ab:

Historisch betrachtet lässt sich zeigen, dass auch in den vergangen Jahrhunderten Berufe seltener verschwunden sind, sondern sich an die neuen Gegebenheiten angepasst  haben.  So  waren  die  Fertigkeiten  und  Kenntnisse  des  Stellmachers  (oder Wagners),  der  ursprünglich  Wagenräder  und  Kutschen  aus  Holz  fertigte,  mit  dem Aufkommen  der  Eisenbahn  als  Waggonbauer  oder später als Karosseriebauer in der Automobilindustrie äußerst  begehrt.  Vor  diesem  Hintergrund  gehen  wir  auch davon aus, dass Berufe nur in den seltensten Fällen gänzlich verschwinden werden. Berufe werden sich vor allem verändern. Wir können mit den vorliegenden Analysen zwar nicht abschätzen, wie sich die Berufe verändern werden; wir können aber sagen,  dass  sich  die  Berufe  darin  unterscheiden,  wie  stark  sie  sich  durch  die  Einführung  digitaler  Technologien  in  den  nächsten  Jahren  verändern  werden. Ob wenn die  leicht  automatisierbaren  Tätigkeiten  durch  computergesteuerte  Maschinen  erledigt  werden  können–  die  Arbeit  der  (von  diesen  Aufgaben  entbundenen)  Beschäftigten interessanter und anspruchsvoller oder doch eintöniger und primitiver wird, ist eine  Frage  der  Ausgestaltung.  Die  neuen  digitalen  Technologien  stecken  lediglich den Rahmen fest, in dem sich auch neue Freiräume für den Zuschnitt von Arbeitsplätzen und Berufen bieten.

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben einen Bildungsauftrag und dieser ist mit einer solchen Panikmache nicht vereinbar. Im Rundfunkstaatsvertrag wird auf einen Bildungsauftrag hingewiesen und an den sollte sich die ARD halten. Eine solche undifferenzierte und oberflächliche Berichterstattung erwarte ich von Privatsendern aber nicht von einer gebührenfinanzierten Medienanstalt die dem Allgemeinwohl dienen soll.

Die Studie wurde vor 11 Monaten veröffentlicht und sollte damals eine Momentaufnahme darstellen, d.h. zum jetzigen Zeitpunkt sind die Einschätzungen schon längst veraltet. Die Oxford Business School hat mit ihrem Bericht „Technology at Work 2“ vor zehn Monaten einen qualitativ-hochwertigeren Bericht veröffentlicht und eine BCG-Studie vom letzten Jahr konkretisiert das Thema in Bezug auf Robotik.