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Autor: Niklas Wirth

Wenn Sie Fragen über Cobots haben, können Sie mich gerne kontaktieren. Ich helfe Ihnen gerne bei kollaborierenden Robotern und MRK-Systemen.
Neuigkeiten bei Cobots in KW 1/2018

Neuigkeiten bei Cobots in KW 1/2018

Mitsubishi stellt eigenen Cobot vor, IDC gibt Prognosen über die Zukunft der Robotik ab, Kuka kauft Softwareunternehmen und ABB sieht positiven Einfluss von Robotern für den Arbeitsmarkt

 

Mitsubishi stellt eigenen Cobot vor

Mitsubishi wird dieses Jahr auch einen kollaborierenden Roboter vorstellen. Das japanische Unternehmen sagt selbst, dass sie sehr spät in den Markt eingetreten sind und deshalb die einfache Bedienbarkeit ihr Verkaufsargument sein wird. Die technologischen Eigenschaften unterscheiden sich nicht von anderen Wettbewerbern und Mitsubishi könnte damit nur ihr Produktportfolio aufwerten wollen. Das Anbieten eines Cobots durch einen Hersteller kann allmählich als Gepflogenheit innerhalb der Branche betrachtet werden.  

 

10 Prognosen, wie sich Roboter bis 2021 entwickeln werden

Das Forschungsunternehmen IDC hat zehn Prognosen für die zukünftige Entwicklung von Robotern aufgestellt. Für Ende dieses Jahres prognostizieren die Analysten von IDC, dass 60 Prozent aller Global 2000 Unternehmen Roboter in ihrer Fertigung einsetzen werden. Weiterhin soll die Adaption von Robotern um 30 Prozent steigen. Eine weitere Prognose besagt, dass 25 Prozent aller mobilen Roboter aufgrund von modularer Flexibilität ihre Produktivität um 30 Prozent steigern werden. Eine interessante These ist, dass Cyber-physische Systeme bis 2021 bei 30 Prozent der G2000 Unternehmen eine Rolle spielen werden. Hersteller wie ABB entwickeln solche Systeme schon.

 

Kuka kauft Visual Components

Das Augsburger Unternehmen hat zum Jahresende noch die Akquisition des finnischen Unternehmens Visual Components bekannt gegeben. Die Software von Visual Components erlaubt eine Erstellung und Simulation von Fabrikplanungen.

Daneben hat Till Reuter in einem Interview eine erhöhte Fokussierung auf Leichtbauroboter mit einem Payload von unter 6 kg angedeutet. Wie auch ABB will Kuka durch die Automatisierung in der Elektronikindustrie, insbesondere der Montage von mobilen Endgeräten wie Smartphones, profitieren. Für die Automatisierung solcher Tätigkeiten sind aber weniger die Roboterhersteller von Bedeutung als die Hersteller von Greifersystemen wie bspw. Festo oder Schunk.

Zum Ende des Jahres 2017 hat Kuka auch die Youtuberin Simone Giertz für eine Employer-Branding-Kampagne eingespannt. Der Schwedin wurde Kuka’s Cobot LBR iiwa für ihre Youtube-Videos zur Verfügung gestellt und bis jetzt sind diese Filme über 1,1 Millionen Mal angeklickt worden.

 

Mehr Jobs durch Roboter laut ABB-Verwaltungsratspräsident  

Peter Voser, seines Zeichens Präsident des Verwaltungsrat von ABB, hat in einem Interview mit der NZZ über positive Effekte von Robotern auf die Arbeitslosenzahlen gesprochen. Dauth et al. haben schon vor einiger Zeit in einer Studie die Auswirkungen von Robotern auf den deutschen Arbeitsmarkt erforscht und gezeigt, dass 275.000 Arbeitsplätze innerhalb von 20 Jahren verloren gegangen sind, aber diese Stellen durch andere Jobs kompensiert wurden. Jedoch konnte auch eine Stabilisierung der bestehenden Beschäftigungsverhältnis durch Roboter festgestellt werden. Diese Stabilisierung wurde vorwiegend durch Lohnkürzungen herbeigeführt.  

Aussagen über den positiven Einfluss von Robotern auf den Arbeitsmarkt – so wie von Herr Voser getätigt – müssen aber immer differenziert betrachtet werden, da es, je nach Bildungsniveau der Beschäftigten, Unterschiede gibt. Ein Jobverlust aufgrund der Automatisierung ist für ungelernte Arbeitnehmer wahrscheinlich, wobei Akademiker durch die Automatisierung profitieren könnten.

 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 51

Neuigkeiten bei Cobots in KW 51

ABB zeigt weiteren Cobot namens IRB14100, Fanuc verkauft 500.000 Roboter und ein neuer IFR-Präsident wurde gewählt.

 

ABB zeigt Cobot IRB14100 auf iRex-Messe

Neben der großen Enthüllung des einarmigen Yumi wurde auf der iRex auch der neue Cobot IRB14100 gezeigt. Dieser Cobot basiert auf der Entwicklung des Unternehmens Gomtec, welches im Jahr 2015 von ABB aufgekauft wurde. Auf der Fachmesse in Tokio wurde der kollaborierende Roboter mit einer Greifapplikation und einem kleinen „Parkour“ (um das Teachen zu demonstrieren) gezeigt. Bis jetzt gibt es noch keine offiziellen technischen Informationen über den IRB14100 und Anfragen an die Kommunikationsabteilung von ABB Robotics blieben unbeantwortet. Einzig eine Erwähnung in einem Nachbericht über die iRex hat es gegeben. Auf Fotos erscheint der Cobot IRB14100 baugleich mit dem damaligen Roboter von Gomtec.


Nur die Farbe hat sich von tiefschwarz zu ABB-weiß verändert. Der IRB14100 wurde schon vor zwei Jahren in einem Video – auf dem offiziellen YouTube-Kanal von ABB Robotics – als der neue Yumi angepriesen, wobei dieses Video kurz vor der iRex gelöscht wurde. Für ABB wäre die schnelle  Markteinführung von Bedeutung, da dieser Cobot  – wenn wirklich baugleich mit dem damaligen Gomtec Produkt – mit einer Nutzlast von 4 kg, 8 kg und 12 kg arbeiten könnte. Des Weiteren hätte der IRB14100 im Gegensatz zu der Yumi-Serie (559 mm) eine größere Reichweite (von 600 mm bis 1200 mm) und höhere Schutzart (IP30 zu IP59).

 

Fanuc verkauft 500.000 Roboter

Seit Beginn ihrer Produktion im Jahr 1977 hat Fanuc 500.000 Roboter hergestellt. Den neuen Rekord teilte das japanische Unternehmen vor Kurzem auf der iRex mit. Schon vor dieser neuen Bestmarke war Fanuc der größte Robotikhersteller. Danach folgt Yaskawa mit 380.000 Einheiten und ABB mit 300.000 Einheiten. Auf Basis der von den Herstellern herausgegebenen Daten, haben die Top 10 der Robotikunternehmen bis 2017 fast 1,7 Millionen Industrieroboter produziert. Diese Summe ist um einiges niedriger als die vom Branchenverband IFR herausgegebene Anzahl von 1,8 Millionen Einheiten an „Operational Stock“ (Roboter, die in Betrieb sind). Schon im Jahr 2014 bezifferte der IFR den Gesamtabsatz im Bereich der Industrieroboter auf 2,65 Millionen Einheiten. Seit dem wurde diese Zahl nicht mehr in dem jährlichen Bericht „World Robotics Report“ erwähnt. Addiert man die jährlichen Absatzzahlen seit der letzten Erwähnung dazu, müssten laut IFR 3,196 Millionen Roboter bis zum Jahr 2016 verkauft worden sein.

 

Neuer Präsident des IFR gewählt

Nach zwei Jahren wechselt der Vorsitz des Branchenverbands IFR von Joe Gemma, CEO von Kuka America, zu Junji J. Tsuda, CEO von Yaskawa. Neuer stellvertretender Präsident istSteven Wyatt, Senior Vice President für Marketing und Sales bei ABB.  

 

KOLLABORIERENDE ROBOTIK UND INDUSTRIEROBOTIK IN 2018

KOLLABORIERENDE ROBOTIK UND INDUSTRIEROBOTIK IN 2018

Wie ich es für dieses Jahr getan habe, werde ich auch für nächstes Jahr meine Prognosen im Bereich der Robotik abgeben. Ich werde versuchen, nicht so großspurig wie die amerikanische Wirtschaftsgala Forbes es als “9 Technology Mega Trends That Will Change The World In 2018” deklarieren und dann nur mit Oberflächlichkeiten aufwarten.

 

Nachfrage nach Logistikrobotern wird rasant ansteigen

Es wird eine große Nachfrage an Roboter für die Logistikbranche geben. Zum einen werden mobile Roboter ein größeren Rolle spielen, da die Unternehmen in 2017 erste Erfahrungen in Projekten sammeln konnten und dieses Wissen nun innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette umsetzen werden. Anbieter, die dort profitieren werden sind beispielsweise Swisslog und MiR. Zum anderen werden die Logistikunternehmen vermehrt Cobots in ihren Verteilzentren einsetzen, da ihnen einfach die Mitarbeiter fehlen bspw. am Europa-HUB der DHL in Leipzig. Viele Aufgaben wurden schon durch Sondermaschinen automatisiert aber Pick&Place von schweren Gegenständen (> 15 kg) könnte meiner Meinung nach derzeit nur von Fanuc’s Cobot CR-35iA gelöst werden.

 

China wird größter Markt für kollaborierende Roboter

Im Jahr 2016 wurden zwischen 7.500 und 10.000 Cobots verkauft und Universal Robots sowie Rethink Robotics haben in 2017 – im Vergleich zum Vorjahr – ihren Absatz verdoppelt. China wird im nächsten Jahr der größte Markt für Cobots, aber verglichen mit anderen Ländermärkten geschieht dies nicht aufgrund einer erhöhten Nachfrage, sondern infolge der schieren Größe des chinesischen Markts. Ich treffe diese Aussage auch mit Blick auf die Subventionspolitik der Regierung. Ich hatte für 2016 eigentlich einen Rückgang der Industrieroboter erwartet, doch der Markt hatte sich vor allem durch die Milliarden an Fördergeldern zum positiven verändert.

 

Die Servicerobotik wird innerhalb der Branche einige Wellen schlagen

Die großen Tageszeitungen werden unter Berücksichtigung der Hannover Messe und dessen Fokus öfters über Cobots berichten. Diese Artikel sind als gute PR für alle Robotikhersteller zu sehen, werden aber an sich nichts neues hervorbringen. Des Weiteren wird die Öffentlichkeit verstärkt die Arbeitsplatzvernichtung durch (kollaborierende) Roboter diskutieren. Die Servicerobotik wird dagegen einige Neuheiten und Technologien präsentieren, welche für Aufmerksamkeit sorgen werden. Durch ihre Akquisitionen in den letzten zwei Jahren erwarte ich in diesem Bereich einiges von Softbank.

 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 48

Neuigkeiten bei Cobots in KW 48

ABB stellt neuen Cobot Yumi 2 vor, Zukunftspreis-Gewinner Franka Emika plant Serviceroboter und der Star der iRex Messe in Tokio ist ein neuer Roboter von Toyota.

 

Die zweite Generation des Yumi wurde in Tokio vorgestellt

ABB hat in dieser Woche zwei große Ankündigungen getätigt. Zum einen haben die Schweizer eine Kooperation mit Kawasaki Heavy Industries im Bereich der kollaborierenden Robotik vereinbart und zum anderen haben sie die neue Generation ihres Cobots Yumi auf der Robotikmesse iRex in Tokio vorgestellt. Vor zwei Jahren wurde ein Video auf Youtube hochgeladen, indem die neue Generation des Yumi für die iRex 2015 angekündigt wurde, damals sah die zweite Generation des Yumi noch anders aus. Leider ist dieses Video nicht mehr verfügbar.

Dieser Cobot kann nun wie andere kollaborierenden Roboter auch, endlich per Teaching programmiert werden. Diese Technologie haben sie vor zwei Jahren durch die Akquisition des Unternehmens gomtec erhalten. Die neue Generation hat einen Payload von 500 Gramm, ist 7-achsig und der kleinste Cobot auf dem Markt. Laut SVP Per Vegard Nerseth ist der neue Cobot nun kompakter – was eigentlich klar ist: es fehlt der andere Arm und der Body. Des weiteren kann man eine Ähnlichkeit zu Franka Emika’s kollaborierenden Roboter nicht von der Hand weisen. Die Intentionen hinter der Entwicklung des Yumi 2 sind mir aber schleierhaft. Mit den Spezifikationen wird er auf keinen Fall die Marktführer annähernd in Bedrängnis bringen. Per Nerseth sagte vor einigen Jahren selbst, dass ABB kollaborierende Technologien bis zu einer Nutzlast von 70 kg erwartet. ABB hat sich mit dieser Entwicklung ein Eigentor geschossen: ein Kunde wird entweder einen gewöhnlichen Industrieroboter kaufen oder (und das ist wahrscheinlicher) zur Konkurrenz wie bspw. Universal Robots und Rethink Robotics gehen. ABB hat mit dem Yumi 2 weder eine Lücke in ihrem Produktportfolio geschlossen noch sich ein Alleinstellungsmerkmal auf dem derzeitigen Markt geschaffen. Der Blindflug der Schweizer wird noch klarer, wenn man von der Entwicklungskooperation mit Kawasaki Heavy Industries hört.

 

Franka Emika erhält deutschen Zukunftspreis 2017

Das Team von Franka Emika mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier
Das Team von Franka Emika mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier hat neben der Regierungskrise Zeit gefunden den deutschen Zukunftspreis zu verleihen. Dieses Jahr ging die Trophäe an Franka Emika. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert und wird den Münchener einiges an Presse einbringen. Ein Foto ihres Cobots neben dem Bundespräsidenten würde sich bestimmt gut machen. Im Zuge des Preises hat Sami Haddadin auch weitere Pläne geäußert: Franka Emika plant für die Zukunft einen zweiarmigen Serviceroboter.

 

Toyota stellt neuen humanoiden Roboter vor

Der unangefochtene Star der Tokioter Messe iRex ist der neue Roboter T-HR3 von Toyota. Im Gegensatz zu Boston Dynamics’ Atlas ist der T-HR3 nicht so behäbig und kann via Fernzugriff mit VR-Brille gesteuert werden. Der T-HR3 ist nicht für die Serienproduktion gedacht, sondern soll zeigen, was alles mit der derzeitigen Technologie möglich ist. In einem weiteren Video ist die Vorführung des T-HR3 am Messestand zu sehen.

 

 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 47

Neuigkeiten bei Cobots in KW 47

Übernahmekampf in der amerikanischen Automatisierungsindustrie, KUKA streicht durch Dilemma bei Systems 250 Stellen, Boston Dynamics zeigt Rückwärtssalto ihres Roboters und japanische Robotikhersteller bauen über 152.000 Roboter.

 

Emerson versucht Rockwell Automation zu übernehmen

Ende letzter Woche hat Emerson Electric sein Übernahmeangebot für Rockwell Automation veröffentlicht. Emerson bietet insgesamt 29 Milliarden US-Dollar. Das Angebot besteht aus einer Cash-Option sowie Aktienoptionen. Emerson setzt mit der möglichen Übernahme von Rockwell ihre im Jahr 2015 vorgestellte Strategie fort. Die Akquisition wäre der letzte Schritt. Damit könnte Emerson in eine Liga mit ABB und Siemens aufsteigen. Der Aufsichtsrat von Rockwell hat das Übernahmeangebot aber abgelehnt, da der Preis zu niedrig sei. Es bleibt abzuwarten, ob Emerson mit einem neuen Angebot nachzieht.

 

KUKA streicht 250 Stellen in Augsburg

Die Sparte Kuka Systems streicht 250 Stellen in Augsburg. Vor einigen Wochen wurde schon das Management von Systems ausgewechselt. Das Unternehmen schließt aber betriebsbedingte Kündigungen aus und ermöglicht den Mitarbeitern ein Wechsel in die Robotiksparte.

 

Boston Dynamics zeigt Entwicklungen des ATLAS-Roboter

Boston Dynamics veröffentlicht in letzter Zeit vermehrt Videos ihrer Entwicklungsfortschritte. Zuletzt konnte man ein Update des ATLAS-Roboters sehen. In einem Video führt der Roboter einen Rückwärtssalto vor. Die Sequenz ist sehr wahrscheinlich vollständig vorprogrammiert worden, aber trotzdem sehr beeindruckend. Softbank hat mit der Akquisition ein gutes Händchen gezeigt. Bei weiterer Forschung ist ein humanoider Serviceroboter in 15 Jahren vorstellbar.

 

Über Hälfte aller Roboter weltweit stammt aus Japan

Der IFR hat zur kommenden Messe iREX ein paar Statistiken über den japanischen Markt bzw. die dortigen Hersteller veröffentlicht. Im Jahr 2016 kamen über 50 Prozent der verkauften Roboter aus Japan. Insgesamt 152.000 Einheiten produzierten Hersteller wie bspw. Fanuc, Yaskawa, Denso und Kawasaki. Fanuc berichtet schon mehrmals dieses Jahr, dass die Produktion, bei Kapazitäten von 72.000 Einheiten, voll ausgelastet ist. Die japanischen Hersteller haben alleine in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 über 101.000 Einheiten produziert, wobei 82.000 Einheiten davon exportiert wurden.