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Neuigkeiten bei Cobots in KW 18/2018

Neuigkeiten bei Cobots in KW 18/2018

Teradyne kauft MiR aus Dänemark, Franka Emika gründet Gemeinschaftsunternehmen mit Voith, Robotikhersteller profitieren vom China-Boom.

 

Mobile Industrial Robots für 121 Millionen Euro gekauft

Noch während die Hannover Messe im vollen Gange war, hat Teradyne letzte Woche das dänische Unternehmen Mobile Industiral Robots (kurz MiR) gekauft. Das Unternehmen wurde erst 2015 gegründet und ist nur einen Steinwurf vom Stammsitz des Teradyne Unternehmen Universal Robots entfernt. Neben dem Kaufpreis von 121 Millionen Euro erhalten die Gründer, welche auch weiter die Geschäfte führen, eine variable Vergütung von 101 Millionen Euro, sobald verschiedene Geschäftsziele innerhalb eines festgelegten Zeitraums erfüllt werden. Da der Markt für solche mobilen autonomen Transportroboter noch sehr klein ist (abgesehen von den klassischen Flurförderzeuge), sollten diese Ziele schnell erreicht werden. Mit der Akquisition baut Teradyne seine Automatisierungssparte aus. Die Aktionäre haben sehr negativ auf den Zukauf reagiert – die Aktie fiel nach der Bekanntgabe um 17 Prozent. Synergien sehe ich vor allem im Vertrieb, da Universal Robots weltweit gut vertreten ist und Nutzung der Strukturen für die MiR Produkte sinnvoll erscheint. Universal Robots hat schon einige gute wie schlechte Erfahrungen gemacht und MiR kann von den Erfahrungen lernen. Eine Entwicklungskooperation ist in näherer Zukunft unwahrscheinlich, wobei die beiden dänischen Unternehmen bei Systemlösungen nun auf den jeweils anderen zurückgreifen werden. Ein mobiler Cobot wie der KMR iiwa oder der Stäubli Helmo könnte in frühestens fünf Jahren interessant sein.

 

Voith Robotics – ein Unternehmen von Voith und Franka Emika

Franka Emika hat den nächsten Kunstgriff getätigt. Das Münchener Unternehmen der Haddadin-Brüder ist eine strategische Partnerschaft mit Voith eingegangen. Das Gemeinschaftsunternehmen Voith Robotics wird weltweit den Vertrieb und Integration von Systemlösungen auf Basis des Cobots von Franka Emika durchführen. Desweiteren wird Voith auch selbst individuelle Apps für Kunden programmieren.

Mit diesem Zusammenschluss hat Franka einen wichtigen Partner gewonnen und Voith konnte sich direkt an einer wichtigen Zukunftstechnologie beteiligen. Zuvor war Voith mit über 25 Prozent Großaktionär beim Augsburger Unternehmen Kuka, verkaufte die Anteile aber 2016 an den chinesischen Konzern Midea. Sami Haddadin kann sich mit der Kooperation über eine Joint-Venture sicher sein, dass nicht wieder ein Desaster wie mit Kuka geschieht und er zudem durch Voith auf einen hohen Erfahrungsschatz im Industriegüterbereich zurückgreifen kann.

 

Robotikhersteller profitieren vom China-Boom

Der japanische Konzern hat im Jahr 2017 ein Umsatzwachstum von sagenhaften 35 Prozent erzielt. Der Konzern konnte den Umsatz auf 5,5 Milliarden Euro steigern und der Nettogewinn betrug 1,3 Milliarden Euro. Wie man es schon im letzten Jahr von vielen Insidern gehört hat, sind die Absätze in China sehr angestiegen, bspw. hat Fanuc seinen Umsatz in China um 100 Prozent gesteigert. Damit bestätigen die Unternehmensberichte langsam die Prognosen des Branchenverbands IFR, denen ich immer skeptisch gegenüber war.

Umsatzanteil der Roboter Unternehmen in China in 2017
Marktanteile der Top 5 Roboterhersteller in China im Jahr 2017

Die chinesischen Robotikhersteller profitieren ebenso von dem Boom in ihrer Heimat. Siasun konnte seinen Umsatz letztes Jahr um über 20 Prozent auf 318 Millionen Euro steigern. Es ist aber auch erkennbar, dass das Unternehmen sehr von staatlichen Subventionen profitiert und ohne diese nicht überleben könnte.

Inwiefern der Boom weiter anhalten wird, kann niemand genau sagen. Fanuc plant schon mit einem Umsatzrückgang für das Jahr 2018. Trotzdem vertrauen alle Marktteilnehmer auf den Strategieplan “Made in China 2025”. Immerhin wurden im letzten Jahr Roboter im Wert von über 3,2 Milliarden Euro im Reich der Mitte verkauft. 

Neuheiten und Trends auf der HMI 2018

Neuheiten und Trends auf der HMI 2018

Neuer Kuka- und Bosch-Cobot, mobiler Cobot von Stäubli, universelle Software für Roboterprogrammierung und die zukünftigen Trends der Branche.

 

Kuka stellt neuen Cobot vor

Kuka's Cobot iisy wird auf der Hannover Messe gezeigt
Kuka’s neuer Cobot LBR iisy auf der Hannover Messe 2018

Das Augsburger Unternehmen hat auf der HMI ihren neuen Cobot LBR iisy vorgestellt. Auf dem Messestand waren drei Applikationen aufgebaut, die die verschiedenen Features des iisy zeigten. Der Cobot ist kleiner als der LBR iiwa (Reichweite 600 mm) und besitzt natürlich auch einen geringeren Payload (3 kg). Wie auch ABB sieht Kuka den Markt für diesen leichtgewichtigen Cobot vor allem in Asien, wobei der iisy in Deutschland als auch in Asien gefertigt werden soll. Die Ausstellung auf der HMI zeigte Prototypen des iisy, wobei Kuka damit rechnet 2019 eine Vorserie bei Kunden zu beginnen. Neuer Cobot von Kuka mit Teach-PanelIm Vergleich zum LBR iiwa wird es eine Kampfansage an die Marktführer Universal Robots und Rethink Robotics. Wie diese bietet Kuka dann auch ein Teach-Panel zum einfachen Teachen von Bewegungsabläufen (durch ein Update auf Java Sunrise 2.X) an.

Ich erwarte das Fanuc und Yaskawa innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre einen Cobot mit geringer Reichweite und niedrigem Payload anbieten werden, da deren Kunden-Feedback aus China ebenso in die gleiche Richtung geht.  

 

Bosch APAS nun auf Kuka-Basis

Bosch APAS Cobot mit Kuka Agilus Basis
Der Bosch APAS auf Basis eines Kuka Agilus

Wie schon letzte Woche berichtet, basiert der APAS nun auf Kuka-Basis mit KC4-Controller. Nebenbei wird weiterhin der APAS auf Fanuc-Basis angeboten. Je nachdem, was der Kunde bzw. Systemintegrator will, kann er sich für eine Basis entscheiden. Bei der Kuka-Basis des APAS steigt die Reichweite auf 1100 mm und der Payload auf 10 kg. Preislich konkurriert der APAS nun auch mit anderen Cobot-Hersteller und je nach Version beginnt der APAS ab 40.000 Euro. Das APAS-Projekt wurde nun an BoschRexroth übertragen, da man dort mit anderen Bereichen vermehrt Synergien erwartet.

 

Stäubli zeigt mobilen Cobot Helmo

Der Schweizer Hersteller hat auf der HMI eine Applikation mit seinem mobilen Cobot Helmo gezeigt. Der kollaborierende Roboter besteht aus drei Teilen, wobei dieser modulare Aufbau von Stäubli gewollt ist. Man kann zum einen die mobile Kinematik ohne kollaborierende Features bestellen, oder auch ohne mobile Plattform. Stäubli setzt beim Helmo auf Kooperationen. Zum einen wird die Mensch-Roboter-Kollaboration durch AIRSKIN, eine sensitive Haut, gewährleistet.

Airskin an UR10 Cobot von Universal Robots
Die sensitive Haut AIRSKIN von Blue Danube Robotics

Zum anderen wird die mobile Plattform in Kooperation mit einem etablierten Hersteller von Flurfahrzeugen entwickelt. Einzig der TX2-90 stammt von Stäubli. Für das vollwertige Produkt (Mobilität und MRK) und je nach Applikationen wird ein niedriger sechsstelliger Betrag fällig. Eine wirkliche Besonderheit ist der hohe Grad an Autonomie, die der mobile Cobot besitzt. Theoretisch können dutzende Helmos in einer Produktion sich vollkommen autonom bewegen und Applikation an Applikation wie in der klassischen Werkstattfertigung abarbeiten, ohne dass die kollaborierenden Roboter von Mitarbeitern unterstützt werden müssen.

 

Universelle Drag&Drop-Programmierung für Roboter

Das 2017 gegründete Start-Up drag&bot zeigte auf der HMI ihre Softwarelösung für Systemintegratoren und KMUs. Die Software ermöglicht es Modelle unterschiedlicher Roboterhersteller innerhalb eines Interfaces einzulernen und die Applikation zu beginnen. Derzeit werden alle Kuka-Roboter mit KC4-Controller, alle Fanuc-Produkte, jegliche Modelle von Universal Robots und Denso unterstützt. Die Software bietet einfaches Programmieren von Robotern an, ohne jeweils dutzende Interfaces benutzen zu müssen. Vor allem für KMUs, die je nach Applikation unterschiedliche Roboter benutzen, bietet die Software einen enormen Vorteil und vereinfacht die Produktionsvorbereitung.

 

Des Weiteren konnte man die Cobots von UR, Franka Emika und Rethink Robotics in Halle 17 vorfinden. Neue Cobots wurden nur vereinzelt vorgestellt und Denso wie auch Fanuc sind der Messe ferngeblieben. ABB zeigte auf dessen Stand den Yumi in zwei sehr einfachen Applikationen, aber der Fokus der Ausstellung lag auf anderen Geschäftsbereichen, da das zuständige Fachpersonal scheinbar in Zürich bzw. Schweden geblieben ist. Festo zeigte ebenfalls einen kleinen Cobot, welcher vorwiegend für Bildungseinrichtungen konzipiert wurde.

 

Cobot-Trends der HMI 2018

Auf der Hannover Messe konnten einige Trends beobachtet werden. Wie schon im letzten Jahr, findet ein Preiskampf unter den verschiedenen Herstellern statt. Anfängliche Preise im sechsstelligen Bereich sind innerhalb der letzten drei Jahre auf Basispreise im mittleren fünfstelligen Bereich gesunken. Kuka iisy und Franka Emika’s Cobot werden den Preisdruck durch innovative Softwarefeatures (externe Apps) weiter verstärken. Ein zukünftiger Trend, welcher derzeit noch in den Kinderschuhen steckt, ist Predictive Mainteance für die Roboter. Interessant ist auch, dass viele Teach-Panel mittlerweile cloud-basiert sind (d.h. Zugriff auch über mobile Endgeräte) und in Zukunft keine stationäre Lösung beim Kunden nötig wird. Ein früher Vorteil von Universal Robots und Rethink Robotics war das Teachen und das Interface mit dem der Kunde den Cobot bedient. Dies ist nunmehr ein Industriestandard und Hersteller, die dies nicht bieten können, werden letztlich an Marktanteilen verlieren bzw. ganz verschwinden. Die Eintrittsbarrieren für den Markt sind ebenso gestiegen, da ein Start-Up schon einige Features bieten muss, um überhaupt mit den derzeitigen Marktteilnehmern konkurrieren zu können. Standardeigenschaften, auf die Kunden bei der Anschaffung von Cobots schauen sollten, sind:

  • drag&drop-Programmierung
  • manuelles Teaching per Hand
  • offene Schnittstelle für verschiedene Greifersystem (Interoperabilität)
  • offene Schnittstelle für externe Softwareapplikationen innerhalb des Betriebssystems des Cobots

 

Kooperation werden wichtiger

Selbst die etablierten Cobot-Hersteller erkennen den strategischen und langfristigen Vorteil von Kooperationen mit anderen Maschinenherstellern bzw. Forschungsinstituten wie dem Fraunhofer. Wo zu Beginn des Cobot-Markts die Kooperation mit etablierten Greifsystenherstellern Vorteile und Synergien versprach, wird dies nun auch bei weiteren Produktfeatures der Fall sein. Meiner Meinung nach wird sich der Markt dahin verändern, dass nur noch Kooperationen mit anderen Unternehmen (Hardware wie Software) Wettbewerbsvorteile schaffen und das Servicetätigkeiten (wie Applikationsänderung bzw. Integration) an die Kunden ausgelagert werden. Dieses Outsourcing wird essentiell, da die Kunden beginnen ihr eigenes Know-How im Bereich Automatisierung aufzubauen und aufgrund der verlangten Flexibilität nicht immer auf den Cobot-Hersteller angewiesen sein möchten. Die möglichen Kosteneinsparungen dieses Outsourcing spielen für die Kunden ebenso eine Rolle. Der Markt für Cobots entwickelt sich vom service-bedürftigen Systemgeschäft zum Anlagengeschäft, teilweise sogar zum Produktgeschäft.

 

Neben den eigentlichen Produkten, gab es auch einen kleinen „Wettbewerb“ zwischen Kuka, IBG Automation, Franka Emika und BoschRexroth. Die Kanzlerin war, zusammen mit dem mexikanischen Präsidenten, an allen vier Ständen und natürlich wurde versucht den jeweiligen Cobot in ein Bild mit den Staatsoberhäuptern zu integrieren. Der Gewinner ist wohl IBG Automation. Das Bild, wie die Kanzlerin dem Roboter „die Faust gibt“, ging um die Welt.  

 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 1/2018

Neuigkeiten bei Cobots in KW 1/2018

Mitsubishi stellt eigenen Cobot vor, IDC gibt Prognosen über die Zukunft der Robotik ab, Kuka kauft Softwareunternehmen und ABB sieht positiven Einfluss von Robotern für den Arbeitsmarkt

 

Mitsubishi stellt eigenen Cobot vor

Mitsubishi wird dieses Jahr auch einen kollaborierenden Roboter vorstellen. Das japanische Unternehmen sagt selbst, dass sie sehr spät in den Markt eingetreten sind und deshalb die einfache Bedienbarkeit ihr Verkaufsargument sein wird. Die technologischen Eigenschaften unterscheiden sich nicht von anderen Wettbewerbern und Mitsubishi könnte damit nur ihr Produktportfolio aufwerten wollen. Das Anbieten eines Cobots durch einen Hersteller kann allmählich als Gepflogenheit innerhalb der Branche betrachtet werden.  

 

10 Prognosen, wie sich Roboter bis 2021 entwickeln werden

Das Forschungsunternehmen IDC hat zehn Prognosen für die zukünftige Entwicklung von Robotern aufgestellt. Für Ende dieses Jahres prognostizieren die Analysten von IDC, dass 60 Prozent aller Global 2000 Unternehmen Roboter in ihrer Fertigung einsetzen werden. Weiterhin soll die Adaption von Robotern um 30 Prozent steigen. Eine weitere Prognose besagt, dass 25 Prozent aller mobilen Roboter aufgrund von modularer Flexibilität ihre Produktivität um 30 Prozent steigern werden. Eine interessante These ist, dass Cyber-physische Systeme bis 2021 bei 30 Prozent der G2000 Unternehmen eine Rolle spielen werden. Hersteller wie ABB entwickeln solche Systeme schon.

 

Kuka kauft Visual Components

Das Augsburger Unternehmen hat zum Jahresende noch die Akquisition des finnischen Unternehmens Visual Components bekannt gegeben. Die Software von Visual Components erlaubt eine Erstellung und Simulation von Fabrikplanungen.

Daneben hat Till Reuter in einem Interview eine erhöhte Fokussierung auf Leichtbauroboter mit einem Payload von unter 6 kg angedeutet. Wie auch ABB will Kuka durch die Automatisierung in der Elektronikindustrie, insbesondere der Montage von mobilen Endgeräten wie Smartphones, profitieren. Für die Automatisierung solcher Tätigkeiten sind aber weniger die Roboterhersteller von Bedeutung als die Hersteller von Greifersystemen wie bspw. Festo oder Schunk.

Zum Ende des Jahres 2017 hat Kuka auch die Youtuberin Simone Giertz für eine Employer-Branding-Kampagne eingespannt. Der Schwedin wurde Kuka’s Cobot LBR iiwa für ihre Youtube-Videos zur Verfügung gestellt und bis jetzt sind diese Filme über 1,1 Millionen Mal angeklickt worden.

 

Mehr Jobs durch Roboter laut ABB-Verwaltungsratspräsident  

Peter Voser, seines Zeichens Präsident des Verwaltungsrat von ABB, hat in einem Interview mit der NZZ über positive Effekte von Robotern auf die Arbeitslosenzahlen gesprochen. Dauth et al. haben schon vor einiger Zeit in einer Studie die Auswirkungen von Robotern auf den deutschen Arbeitsmarkt erforscht und gezeigt, dass 275.000 Arbeitsplätze innerhalb von 20 Jahren verloren gegangen sind, aber diese Stellen durch andere Jobs kompensiert wurden. Jedoch konnte auch eine Stabilisierung der bestehenden Beschäftigungsverhältnis durch Roboter festgestellt werden. Diese Stabilisierung wurde vorwiegend durch Lohnkürzungen herbeigeführt.  

Aussagen über den positiven Einfluss von Robotern auf den Arbeitsmarkt – so wie von Herr Voser getätigt – müssen aber immer differenziert betrachtet werden, da es, je nach Bildungsniveau der Beschäftigten, Unterschiede gibt. Ein Jobverlust aufgrund der Automatisierung ist für ungelernte Arbeitnehmer wahrscheinlich, wobei Akademiker durch die Automatisierung profitieren könnten.

 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 51

Neuigkeiten bei Cobots in KW 51

ABB zeigt weiteren Cobot namens IRB14100, Fanuc verkauft 500.000 Roboter und ein neuer IFR-Präsident wurde gewählt.

 

ABB zeigt Cobot IRB14100 auf iRex-Messe

Neben der großen Enthüllung des einarmigen Yumi wurde auf der iRex auch der neue Cobot IRB14100 gezeigt. Dieser Cobot basiert auf der Entwicklung des Unternehmens Gomtec, welches im Jahr 2015 von ABB aufgekauft wurde. Auf der Fachmesse in Tokio wurde der kollaborierende Roboter mit einer Greifapplikation und einem kleinen „Parkour“ (um das Teachen zu demonstrieren) gezeigt. Bis jetzt gibt es noch keine offiziellen technischen Informationen über den IRB14100 und Anfragen an die Kommunikationsabteilung von ABB Robotics blieben unbeantwortet. Einzig eine Erwähnung in einem Nachbericht über die iRex hat es gegeben. Auf Fotos erscheint der Cobot IRB14100 baugleich mit dem damaligen Roboter von Gomtec.


Nur die Farbe hat sich von tiefschwarz zu ABB-weiß verändert. Der IRB14100 wurde schon vor zwei Jahren in einem Video – auf dem offiziellen YouTube-Kanal von ABB Robotics – als der neue Yumi angepriesen, wobei dieses Video kurz vor der iRex gelöscht wurde. Für ABB wäre die schnelle  Markteinführung von Bedeutung, da dieser Cobot  – wenn wirklich baugleich mit dem damaligen Gomtec Produkt – mit einer Nutzlast von 4 kg, 8 kg und 12 kg arbeiten könnte. Des Weiteren hätte der IRB14100 im Gegensatz zu der Yumi-Serie (559 mm) eine größere Reichweite (von 600 mm bis 1200 mm) und höhere Schutzart (IP30 zu IP59).

 

Fanuc verkauft 500.000 Roboter

Seit Beginn ihrer Produktion im Jahr 1977 hat Fanuc 500.000 Roboter hergestellt. Den neuen Rekord teilte das japanische Unternehmen vor Kurzem auf der iRex mit. Schon vor dieser neuen Bestmarke war Fanuc der größte Robotikhersteller. Danach folgt Yaskawa mit 380.000 Einheiten und ABB mit 300.000 Einheiten. Auf Basis der von den Herstellern herausgegebenen Daten, haben die Top 10 der Robotikunternehmen bis 2017 fast 1,7 Millionen Industrieroboter produziert. Diese Summe ist um einiges niedriger als die vom Branchenverband IFR herausgegebene Anzahl von 1,8 Millionen Einheiten an „Operational Stock“ (Roboter, die in Betrieb sind). Schon im Jahr 2014 bezifferte der IFR den Gesamtabsatz im Bereich der Industrieroboter auf 2,65 Millionen Einheiten. Seit dem wurde diese Zahl nicht mehr in dem jährlichen Bericht „World Robotics Report“ erwähnt. Addiert man die jährlichen Absatzzahlen seit der letzten Erwähnung dazu, müssten laut IFR 3,196 Millionen Roboter bis zum Jahr 2016 verkauft worden sein.

 

Neuer Präsident des IFR gewählt

Nach zwei Jahren wechselt der Vorsitz des Branchenverbands IFR von Joe Gemma, CEO von Kuka America, zu Junji J. Tsuda, CEO von Yaskawa. Neuer stellvertretender Präsident istSteven Wyatt, Senior Vice President für Marketing und Sales bei ABB.  

 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 48

Neuigkeiten bei Cobots in KW 48

ABB stellt neuen Cobot Yumi 2 vor, Zukunftspreis-Gewinner Franka Emika plant Serviceroboter und der Star der iRex Messe in Tokio ist ein neuer Roboter von Toyota.

 

Die zweite Generation des Yumi wurde in Tokio vorgestellt

ABB hat in dieser Woche zwei große Ankündigungen getätigt. Zum einen haben die Schweizer eine Kooperation mit Kawasaki Heavy Industries im Bereich der kollaborierenden Robotik vereinbart und zum anderen haben sie die neue Generation ihres Cobots Yumi auf der Robotikmesse iRex in Tokio vorgestellt. Vor zwei Jahren wurde ein Video auf Youtube hochgeladen, indem die neue Generation des Yumi für die iRex 2015 angekündigt wurde, damals sah die zweite Generation des Yumi noch anders aus. Leider ist dieses Video nicht mehr verfügbar.

Dieser Cobot kann nun wie andere kollaborierenden Roboter auch, endlich per Teaching programmiert werden. Diese Technologie haben sie vor zwei Jahren durch die Akquisition des Unternehmens gomtec erhalten. Die neue Generation hat einen Payload von 500 Gramm, ist 7-achsig und der kleinste Cobot auf dem Markt. Laut SVP Per Vegard Nerseth ist der neue Cobot nun kompakter – was eigentlich klar ist: es fehlt der andere Arm und der Body. Des weiteren kann man eine Ähnlichkeit zu Franka Emika’s kollaborierenden Roboter nicht von der Hand weisen. Die Intentionen hinter der Entwicklung des Yumi 2 sind mir aber schleierhaft. Mit den Spezifikationen wird er auf keinen Fall die Marktführer annähernd in Bedrängnis bringen. Per Nerseth sagte vor einigen Jahren selbst, dass ABB kollaborierende Technologien bis zu einer Nutzlast von 70 kg erwartet. ABB hat sich mit dieser Entwicklung ein Eigentor geschossen: ein Kunde wird entweder einen gewöhnlichen Industrieroboter kaufen oder (und das ist wahrscheinlicher) zur Konkurrenz wie bspw. Universal Robots und Rethink Robotics gehen. ABB hat mit dem Yumi 2 weder eine Lücke in ihrem Produktportfolio geschlossen noch sich ein Alleinstellungsmerkmal auf dem derzeitigen Markt geschaffen. Der Blindflug der Schweizer wird noch klarer, wenn man von der Entwicklungskooperation mit Kawasaki Heavy Industries hört.

 

Franka Emika erhält deutschen Zukunftspreis 2017

Das Team von Franka Emika mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier
Das Team von Franka Emika mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier hat neben der Regierungskrise Zeit gefunden den deutschen Zukunftspreis zu verleihen. Dieses Jahr ging die Trophäe an Franka Emika. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert und wird den Münchener einiges an Presse einbringen. Ein Foto ihres Cobots neben dem Bundespräsidenten würde sich bestimmt gut machen. Im Zuge des Preises hat Sami Haddadin auch weitere Pläne geäußert: Franka Emika plant für die Zukunft einen zweiarmigen Serviceroboter.

 

Toyota stellt neuen humanoiden Roboter vor

Der unangefochtene Star der Tokioter Messe iRex ist der neue Roboter T-HR3 von Toyota. Im Gegensatz zu Boston Dynamics’ Atlas ist der T-HR3 nicht so behäbig und kann via Fernzugriff mit VR-Brille gesteuert werden. Der T-HR3 ist nicht für die Serienproduktion gedacht, sondern soll zeigen, was alles mit der derzeitigen Technologie möglich ist. In einem weiteren Video ist die Vorführung des T-HR3 am Messestand zu sehen.