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Schlagwort: APAS assistant

Neuigkeiten bei Cobots in KW 42

Neuigkeiten bei Cobots in KW 42

Diese Woche gab es wieder ein paar Neuigkeiten im Bereich der kollaborierenden Robotik. Kuka zeigt eine Neuentwicklung und stellt eine neue Partnerschaft vor. Bosch strafft sein Produktprogramm im Bereich kollaborierender Robotik und Fanuc Deutschland hat eine neue Geschäftsführung.

Kuka geht neue Partnerschaft ein

Das Augsburger Unternehmen geht eine Partnerschaft mit der paragon AG ein. Die paragon-Tochter Voltabox wird für den KMP 1500 ab nächstem Jahr die Batterien liefern. Der KMP 1500 ist ein AGV (automated guided vehicle).

Der mobile Cobot KMR iiwa basiert zwar auf der mobilen Plattform KMP omniMove 175, aber möglicherweise könnte die Kooperation auch auf dieses AGV ausgeweitet werden. Immerhin reichen die Batterien des KMR iiwa nur für 8 Stunden (Unternehmensaussage) und in den meisten Produktionsstätten ist Zweischichtbetrieb Standard. Durch die neuen NMC-Batterien wäre ein längerer Einsatz möglich.

Des weiteren hat Kuka eine Neuentwicklung für den LBR iiwa präsentiert. In Kooperation mit dem Technologiezentrum TCW und dem Unternehmen Schwaben Präzision hat Kuka ein Schraubwerkzeug mit (Druck-) Sensorik (O-Ton: „sensitivem Gespür“, „Fingerspitzengefühl“)  entwickelt.

 

Bosch richtet APAS-Produktprogramm neu aus

Die Robert Bosch GmbH hat das Produktprogramm um den kollaborierenden Roboter APAS assistant neu ausgerichtet. Wo auf der Hannover Messe noch die APAS family vorgestellt wurde, liegt nun der Fokus auf dem APAS assistant und dem Bildverarbeitungssystem APAS inspector. Der Cobot APAS assistant ist von der mobilen Plattform getrennt worden und ab sofort modular konfigurierbar, d.h. entweder alleinstehend, zusammen mit der mobilen Plattform oder mit der APAS workstation. Die APAS flexpress heißt nun APAS press und wird als kundenspezifische Lösung unter APAS custom vermarktet. Die Fernbereichsüberwachung APAS speedswitch ist ebenfalls modular zum APAS assistant buchbar.

 

FANUC Deutschland hat neue Geschäftsführung

Nach dem Abgang von Herrn Kramm wurden nun die neuen Geschäftsführer vorgestellt. Die Unternehmensführung wird in die Bereiche Vertrieb und Technik unterteilt. Ab dem 1.November ist Ralf Winkelmann für den Vertrieb und Matthias Fritz für den Bereich Technik.

Internet of Things und kollaborierende Roboter

Internet of Things und kollaborierende Roboter

Und wieder kann man zwei Buzzwords verbinden: Internet of Things und Cobots. Wohin sich der Markt für Cobots entwickelt, wurde schon einmal angeschnitten. Nun kann man die kollaborierenden Roboter bzw. alle Industrieroboter in Verbindung mit dem Internet der Dinge (IoT) setzen. Zu erst muss erwähnt werden, dass das ‚Internet of Things‘ von vielen (auch mir) als Synonym für den Begriff ‚Industrie 4.0‘ und umgekehrt genutzt wird. Der Begriff ‚Industrie 4.0‘ wurde jedoch von der Bundesregierung unter Frau Merkel eingeführt. Salopp gesagt: Industrie 4.0 ist ein Teil des Internet of Things. In anderen Ländern gibt es den Begriff nicht und die Amerikaner verwenden ‚Industrial Internet Consortium‘.

Nun kommen zu diesem Buzzword (also IoT) noch Cobots hinzu und man hat laut einigen Analysten den nächsten Moonshot. Nüchtern betrachtet ist die Kombination der beiden Technologien sinnvoll und wird die Effizienz sowie Kosten der Produktion optimieren.

Keinen Maschinenausfall durch FANUC Cloud-Lösung

Im Januar hat Fanuc in Kooperation mit Cisco Systems zum Erfolg gebracht. Das mit ‚Zero-Downtime‘ betitelte Projekt¹ minimiert die Ausfallzeiten der Roboter fast bis auf 0 und konnte so die Gesamtanlageneffektivität signifikant erhöhen. Das ZDT System erlaubt es potenzielle Probleme bei Roboter, Controller oder Maschinen zu prognostizieren, indem:

With the FANUC ZDT solution, the robot is connected through a Cisco network and then into a Cisco edge compute data collector in the plant.The data relevant for the maintenance issue is sent to an analytic server in the plant where the analytics engine captures the “out of range” exceptions and predicts the maintenance need. Then, an alert is sent from the analytic server when parts need to be replaced, and an instruction about relevant procedures that should be followed is displayed.


Weitere IoT-Lösungen für Cobots

ABB hat im März ein Arbeitspapier über die Möglichkeiten des YuMi iVm. Internet of Things herausgebracht. In diesem Papier wird beschrieben, wie der Cobot über Machine Learning oder Teaching neue Arbeitsabläufe erkennt und diese dann in eine Cloud hochlädt. Danach könnten andere Cobots auf die Informationen in der Cloud zugreifen und die Arbeitsabläufe für das jeweilige Objekt ebenfalls durchführen².

Kuka sieht das IoT aus einer anderen Perspektive. Das Augsburger Unternehmen verbindet kollaborierende Roboter mit mobilen autonomen Plattformen (an sich schon eigenständige Roboter) und versucht so die interne Logistik in der Produktion zu optimieren. Eine solche Optimierung der Liege- und Transportzeiten führt innerhalb kürzester Zeit zu einer gesteigerten Effizienz, da 85 Prozent der Durchlaufzeit in einer Produktion aus Liege- und Transportzeit besteht.

Universal Robots hat sich zur Thematik ‚Internet of Things‘ noch nicht geäußert und bietet hier auch keine Lösungen an. Doch im Juni 2016 haben die Dänen ihren Appstore ‚UR+‘ vorgestellt. Der Appstore ist ein sehr guter Schachzug, da Universal Robots nun von den Entwicklungen anderer Unternehmen profitieren kann. Die Dänen müssen selbst keine IoT-Lösungen entwickeln, denn im Laufe der Zeit wird ein Partner des Appstore eine solche Lösung vorstellen. Das gleiche Konzept hat Apple damals eine Marktmacht verschafft und Salesforce zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber für SAP gemacht. Der Appstore vergrößert die Kundenbasis um einen Vielfaches. Bald könnte ein größeres Unternehmen eine erste Cloud- oder IoT-Lösung für die UR Modelle vorstellen.

Die Robert Bosch GmbH und SAP haben im September eine neue Kooperation im Bereich Software und Cloud-Technologien vorgestellt.

Das gemeinsame Vorgehen soll unter anderem Fertigungs- und Logistikprozesse beschleunigen und die Sicherheit sowie Qualität von Produkten und Services für Kunden erhöhen.

In der Pressemitteilung ist Bosch’s kollaborierenden Roboter APAS assistant mit keinem Wort erwähnt und auf der Website finden sich leider keine weiteren Hinweise über die Verbindung des APAS und IoT.

Rethink Robotics hat keine Mitteilungen über IoT-Lösungen und Yaskawa ist zwar im Verband IVI aber hat sich von offizieller Seite noch nicht übermäßig zu dem Thema geäußert³.

 

Alle genannten Unternehmen gehen mit ihren IoT-Lösungen in verschiedene Richtungen: Fanuc’s Lösung setzt an der Maschinenausfallzeit an, ABB betrachtet die Thematik im Sinne der ‚mass customization‘, Kuka’s Blick zielt auf die Optimierung der Durchlaufzeiten und Universal Robots öffnet sein Produktprogramm für Partner, um auf jeder Hochzeit tanzen zu können.

 

 

Fußnoten:

1 – durchgeführt bei General Motors und die ZDT Lösung wird nun in 27 Werken von General Motors genutzt 

2 – ohne je von einem Integrator dafür programmiert worden zu sein

3 – IoT wird im Jahresbericht 2016 als Teil der ‚Dash 25‘-Strategie erwähnt.

 

Bildquelle: Fanuc America Corp