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Schlagwort: Franka Emika

Neuigkeiten bei Cobots in KW 18/2018

Neuigkeiten bei Cobots in KW 18/2018

Teradyne kauft MiR aus Dänemark, Franka Emika gründet Gemeinschaftsunternehmen mit Voith, Robotikhersteller profitieren vom China-Boom.

 

Mobile Industrial Robots für 121 Millionen Euro gekauft

Noch während die Hannover Messe im vollen Gange war, hat Teradyne letzte Woche das dänische Unternehmen Mobile Industiral Robots (kurz MiR) gekauft. Das Unternehmen wurde erst 2015 gegründet und ist nur einen Steinwurf vom Stammsitz des Teradyne Unternehmen Universal Robots entfernt. Neben dem Kaufpreis von 121 Millionen Euro erhalten die Gründer, welche auch weiter die Geschäfte führen, eine variable Vergütung von 101 Millionen Euro, sobald verschiedene Geschäftsziele innerhalb eines festgelegten Zeitraums erfüllt werden. Da der Markt für solche mobilen autonomen Transportroboter noch sehr klein ist (abgesehen von den klassischen Flurförderzeuge), sollten diese Ziele schnell erreicht werden. Mit der Akquisition baut Teradyne seine Automatisierungssparte aus. Die Aktionäre haben sehr negativ auf den Zukauf reagiert – die Aktie fiel nach der Bekanntgabe um 17 Prozent. Synergien sehe ich vor allem im Vertrieb, da Universal Robots weltweit gut vertreten ist und Nutzung der Strukturen für die MiR Produkte sinnvoll erscheint. Universal Robots hat schon einige gute wie schlechte Erfahrungen gemacht und MiR kann von den Erfahrungen lernen. Eine Entwicklungskooperation ist in näherer Zukunft unwahrscheinlich, wobei die beiden dänischen Unternehmen bei Systemlösungen nun auf den jeweils anderen zurückgreifen werden. Ein mobiler Cobot wie der KMR iiwa oder der Stäubli Helmo könnte in frühestens fünf Jahren interessant sein.

 

Voith Robotics – ein Unternehmen von Voith und Franka Emika

Franka Emika hat den nächsten Kunstgriff getätigt. Das Münchener Unternehmen der Haddadin-Brüder ist eine strategische Partnerschaft mit Voith eingegangen. Das Gemeinschaftsunternehmen Voith Robotics wird weltweit den Vertrieb und Integration von Systemlösungen auf Basis des Cobots von Franka Emika durchführen. Desweiteren wird Voith auch selbst individuelle Apps für Kunden programmieren.

Mit diesem Zusammenschluss hat Franka einen wichtigen Partner gewonnen und Voith konnte sich direkt an einer wichtigen Zukunftstechnologie beteiligen. Zuvor war Voith mit über 25 Prozent Großaktionär beim Augsburger Unternehmen Kuka, verkaufte die Anteile aber 2016 an den chinesischen Konzern Midea. Sami Haddadin kann sich mit der Kooperation über eine Joint-Venture sicher sein, dass nicht wieder ein Desaster wie mit Kuka geschieht und er zudem durch Voith auf einen hohen Erfahrungsschatz im Industriegüterbereich zurückgreifen kann.

 

Robotikhersteller profitieren vom China-Boom

Der japanische Konzern hat im Jahr 2017 ein Umsatzwachstum von sagenhaften 35 Prozent erzielt. Der Konzern konnte den Umsatz auf 5,5 Milliarden Euro steigern und der Nettogewinn betrug 1,3 Milliarden Euro. Wie man es schon im letzten Jahr von vielen Insidern gehört hat, sind die Absätze in China sehr angestiegen, bspw. hat Fanuc seinen Umsatz in China um 100 Prozent gesteigert. Damit bestätigen die Unternehmensberichte langsam die Prognosen des Branchenverbands IFR, denen ich immer skeptisch gegenüber war.

Umsatzanteil der Roboter Unternehmen in China in 2017
Marktanteile der Top 5 Roboterhersteller in China im Jahr 2017

Die chinesischen Robotikhersteller profitieren ebenso von dem Boom in ihrer Heimat. Siasun konnte seinen Umsatz letztes Jahr um über 20 Prozent auf 318 Millionen Euro steigern. Es ist aber auch erkennbar, dass das Unternehmen sehr von staatlichen Subventionen profitiert und ohne diese nicht überleben könnte.

Inwiefern der Boom weiter anhalten wird, kann niemand genau sagen. Fanuc plant schon mit einem Umsatzrückgang für das Jahr 2018. Trotzdem vertrauen alle Marktteilnehmer auf den Strategieplan “Made in China 2025”. Immerhin wurden im letzten Jahr Roboter im Wert von über 3,2 Milliarden Euro im Reich der Mitte verkauft. 

Neuheiten und Trends auf der HMI 2018

Neuheiten und Trends auf der HMI 2018

Neuer Kuka- und Bosch-Cobot, mobiler Cobot von Stäubli, universelle Software für Roboterprogrammierung und die zukünftigen Trends der Branche.

 

Kuka stellt neuen Cobot vor

Kuka's Cobot iisy wird auf der Hannover Messe gezeigt
Kuka’s neuer Cobot LBR iisy auf der Hannover Messe 2018

Das Augsburger Unternehmen hat auf der HMI ihren neuen Cobot LBR iisy vorgestellt. Auf dem Messestand waren drei Applikationen aufgebaut, die die verschiedenen Features des iisy zeigten. Der Cobot ist kleiner als der LBR iiwa (Reichweite 600 mm) und besitzt natürlich auch einen geringeren Payload (3 kg). Wie auch ABB sieht Kuka den Markt für diesen leichtgewichtigen Cobot vor allem in Asien, wobei der iisy in Deutschland als auch in Asien gefertigt werden soll. Die Ausstellung auf der HMI zeigte Prototypen des iisy, wobei Kuka damit rechnet 2019 eine Vorserie bei Kunden zu beginnen. Neuer Cobot von Kuka mit Teach-PanelIm Vergleich zum LBR iiwa wird es eine Kampfansage an die Marktführer Universal Robots und Rethink Robotics. Wie diese bietet Kuka dann auch ein Teach-Panel zum einfachen Teachen von Bewegungsabläufen (durch ein Update auf Java Sunrise 2.X) an.

Ich erwarte das Fanuc und Yaskawa innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre einen Cobot mit geringer Reichweite und niedrigem Payload anbieten werden, da deren Kunden-Feedback aus China ebenso in die gleiche Richtung geht.  

 

Bosch APAS nun auf Kuka-Basis

Bosch APAS Cobot mit Kuka Agilus Basis
Der Bosch APAS auf Basis eines Kuka Agilus

Wie schon letzte Woche berichtet, basiert der APAS nun auf Kuka-Basis mit KC4-Controller. Nebenbei wird weiterhin der APAS auf Fanuc-Basis angeboten. Je nachdem, was der Kunde bzw. Systemintegrator will, kann er sich für eine Basis entscheiden. Bei der Kuka-Basis des APAS steigt die Reichweite auf 1100 mm und der Payload auf 10 kg. Preislich konkurriert der APAS nun auch mit anderen Cobot-Hersteller und je nach Version beginnt der APAS ab 40.000 Euro. Das APAS-Projekt wurde nun an BoschRexroth übertragen, da man dort mit anderen Bereichen vermehrt Synergien erwartet.

 

Stäubli zeigt mobilen Cobot Helmo

Der Schweizer Hersteller hat auf der HMI eine Applikation mit seinem mobilen Cobot Helmo gezeigt. Der kollaborierende Roboter besteht aus drei Teilen, wobei dieser modulare Aufbau von Stäubli gewollt ist. Man kann zum einen die mobile Kinematik ohne kollaborierende Features bestellen, oder auch ohne mobile Plattform. Stäubli setzt beim Helmo auf Kooperationen. Zum einen wird die Mensch-Roboter-Kollaboration durch AIRSKIN, eine sensitive Haut, gewährleistet.

Airskin an UR10 Cobot von Universal Robots
Die sensitive Haut AIRSKIN von Blue Danube Robotics

Zum anderen wird die mobile Plattform in Kooperation mit einem etablierten Hersteller von Flurfahrzeugen entwickelt. Einzig der TX2-90 stammt von Stäubli. Für das vollwertige Produkt (Mobilität und MRK) und je nach Applikationen wird ein niedriger sechsstelliger Betrag fällig. Eine wirkliche Besonderheit ist der hohe Grad an Autonomie, die der mobile Cobot besitzt. Theoretisch können dutzende Helmos in einer Produktion sich vollkommen autonom bewegen und Applikation an Applikation wie in der klassischen Werkstattfertigung abarbeiten, ohne dass die kollaborierenden Roboter von Mitarbeitern unterstützt werden müssen.

 

Universelle Drag&Drop-Programmierung für Roboter

Das 2017 gegründete Start-Up drag&bot zeigte auf der HMI ihre Softwarelösung für Systemintegratoren und KMUs. Die Software ermöglicht es Modelle unterschiedlicher Roboterhersteller innerhalb eines Interfaces einzulernen und die Applikation zu beginnen. Derzeit werden alle Kuka-Roboter mit KC4-Controller, alle Fanuc-Produkte, jegliche Modelle von Universal Robots und Denso unterstützt. Die Software bietet einfaches Programmieren von Robotern an, ohne jeweils dutzende Interfaces benutzen zu müssen. Vor allem für KMUs, die je nach Applikation unterschiedliche Roboter benutzen, bietet die Software einen enormen Vorteil und vereinfacht die Produktionsvorbereitung.

 

Des Weiteren konnte man die Cobots von UR, Franka Emika und Rethink Robotics in Halle 17 vorfinden. Neue Cobots wurden nur vereinzelt vorgestellt und Denso wie auch Fanuc sind der Messe ferngeblieben. ABB zeigte auf dessen Stand den Yumi in zwei sehr einfachen Applikationen, aber der Fokus der Ausstellung lag auf anderen Geschäftsbereichen, da das zuständige Fachpersonal scheinbar in Zürich bzw. Schweden geblieben ist. Festo zeigte ebenfalls einen kleinen Cobot, welcher vorwiegend für Bildungseinrichtungen konzipiert wurde.

 

Cobot-Trends der HMI 2018

Auf der Hannover Messe konnten einige Trends beobachtet werden. Wie schon im letzten Jahr, findet ein Preiskampf unter den verschiedenen Herstellern statt. Anfängliche Preise im sechsstelligen Bereich sind innerhalb der letzten drei Jahre auf Basispreise im mittleren fünfstelligen Bereich gesunken. Kuka iisy und Franka Emika’s Cobot werden den Preisdruck durch innovative Softwarefeatures (externe Apps) weiter verstärken. Ein zukünftiger Trend, welcher derzeit noch in den Kinderschuhen steckt, ist Predictive Mainteance für die Roboter. Interessant ist auch, dass viele Teach-Panel mittlerweile cloud-basiert sind (d.h. Zugriff auch über mobile Endgeräte) und in Zukunft keine stationäre Lösung beim Kunden nötig wird. Ein früher Vorteil von Universal Robots und Rethink Robotics war das Teachen und das Interface mit dem der Kunde den Cobot bedient. Dies ist nunmehr ein Industriestandard und Hersteller, die dies nicht bieten können, werden letztlich an Marktanteilen verlieren bzw. ganz verschwinden. Die Eintrittsbarrieren für den Markt sind ebenso gestiegen, da ein Start-Up schon einige Features bieten muss, um überhaupt mit den derzeitigen Marktteilnehmern konkurrieren zu können. Standardeigenschaften, auf die Kunden bei der Anschaffung von Cobots schauen sollten, sind:

  • drag&drop-Programmierung
  • manuelles Teaching per Hand
  • offene Schnittstelle für verschiedene Greifersystem (Interoperabilität)
  • offene Schnittstelle für externe Softwareapplikationen innerhalb des Betriebssystems des Cobots

 

Kooperation werden wichtiger

Selbst die etablierten Cobot-Hersteller erkennen den strategischen und langfristigen Vorteil von Kooperationen mit anderen Maschinenherstellern bzw. Forschungsinstituten wie dem Fraunhofer. Wo zu Beginn des Cobot-Markts die Kooperation mit etablierten Greifsystenherstellern Vorteile und Synergien versprach, wird dies nun auch bei weiteren Produktfeatures der Fall sein. Meiner Meinung nach wird sich der Markt dahin verändern, dass nur noch Kooperationen mit anderen Unternehmen (Hardware wie Software) Wettbewerbsvorteile schaffen und das Servicetätigkeiten (wie Applikationsänderung bzw. Integration) an die Kunden ausgelagert werden. Dieses Outsourcing wird essentiell, da die Kunden beginnen ihr eigenes Know-How im Bereich Automatisierung aufzubauen und aufgrund der verlangten Flexibilität nicht immer auf den Cobot-Hersteller angewiesen sein möchten. Die möglichen Kosteneinsparungen dieses Outsourcing spielen für die Kunden ebenso eine Rolle. Der Markt für Cobots entwickelt sich vom service-bedürftigen Systemgeschäft zum Anlagengeschäft, teilweise sogar zum Produktgeschäft.

 

Neben den eigentlichen Produkten, gab es auch einen kleinen „Wettbewerb“ zwischen Kuka, IBG Automation, Franka Emika und BoschRexroth. Die Kanzlerin war, zusammen mit dem mexikanischen Präsidenten, an allen vier Ständen und natürlich wurde versucht den jeweiligen Cobot in ein Bild mit den Staatsoberhäuptern zu integrieren. Der Gewinner ist wohl IBG Automation. Das Bild, wie die Kanzlerin dem Roboter „die Faust gibt“, ging um die Welt.  

 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 15/2018

Neuigkeiten bei Cobots in KW 15/2018

Neuer Bosch APAS nun auf Kuka-Basis, Fujitsu setzt Cobots von Kuka für Mainboard-Tests ein, KIT stellt multimodalen Sensor vor, Sami Haddadin leitet neues Forschungszentrum.

 

Neuer Bosch APAS auf Hannover Messe

Auf der Hannover Messe in zwei Wochen stellt Bosch nun den neuen APAS vor. Dieser ist nun nicht mehr auf Fanuc-Basis sondern Kuka-Basis. Höchstwahrscheinlich ist die Basis Kuka’s bewerter KR Agilus, der auch schon von anderen Hersteller MRK-tauglich umgebaut wurde.

Neuer Bosch APAS wird auf HMI vorgestellt
Neuer Bosch APAS wird auf HMI vorgestellt

Damit öffnet sich für den APAS und Bosch neue Möglichkeiten, da nun alle Kuka-Anwender diesen in ihrer Fabrik einsetzen können. Für die Integratoren ist es ebenfalls eine positive Entwicklung. Des weiteren ist der APAS nun ein Teil von Bosch Rexroth und nicht mehr bei Robert Bosch angesiedelt.

 

Cobots testen Fujitsu-Mainboards

Der japanische Hersteller Fujitsu setzt für sein Mainboard-Testing bzw. die Ausrichtung der Mainboards zur Qualitätskontrolle nun ein Cobot von Kuka ein. Die Entwicklung entstand im Laufe einer Kooperation von Fujitsu und Kuka im Technologiezentrum Augsburg (TZA) und bald sollen weitere Cobots in die Produktion integriert werden, um die Mitarbeiter in ihren Tätigkeiten zu unterstützen.

 

KIT zeigt multimodalen Nährungssensor auf HMI

Das Karlsruher Institut für Technologie zeigt auf der Hannover Messe einen multimodalen Nährungssensor, der neben Druck auch die Annäherung von Objekten erkennt – selbst wenn die Kamera verdeckt oder durch schlechte Lichtverhältnisse beeinträchtigt ist. Diese multimodalen Sensoren sollen letztlich zu einer Roboterhaut weiterentwickelt werden, so wie es Bosch schon beim APAS anbietet.

 

Neues TUM-Forschungszentrum unter Leitung von Sami Haddadin

Der Gründer von Franka Emika und Professor an der Technischen Universität München ist seit 1. April 2018 Leiter des neuen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz und Robotik. Haddadin will mit diesem Zentrum die Integration von (kollaborierender) Robotik in der schulischen Bildung bzw. beruflichen Ausbildung fördern. Dies passt auch zu seinem Geschäftsmodell, da der Cobot von Franka mit 10.000 Euro vorwiegend für Bildungseinrichtungen interessant sein könnte.

 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 48

Neuigkeiten bei Cobots in KW 48

ABB stellt neuen Cobot Yumi 2 vor, Zukunftspreis-Gewinner Franka Emika plant Serviceroboter und der Star der iRex Messe in Tokio ist ein neuer Roboter von Toyota.

 

Die zweite Generation des Yumi wurde in Tokio vorgestellt

ABB hat in dieser Woche zwei große Ankündigungen getätigt. Zum einen haben die Schweizer eine Kooperation mit Kawasaki Heavy Industries im Bereich der kollaborierenden Robotik vereinbart und zum anderen haben sie die neue Generation ihres Cobots Yumi auf der Robotikmesse iRex in Tokio vorgestellt. Vor zwei Jahren wurde ein Video auf Youtube hochgeladen, indem die neue Generation des Yumi für die iRex 2015 angekündigt wurde, damals sah die zweite Generation des Yumi noch anders aus. Leider ist dieses Video nicht mehr verfügbar.

Dieser Cobot kann nun wie andere kollaborierenden Roboter auch, endlich per Teaching programmiert werden. Diese Technologie haben sie vor zwei Jahren durch die Akquisition des Unternehmens gomtec erhalten. Die neue Generation hat einen Payload von 500 Gramm, ist 7-achsig und der kleinste Cobot auf dem Markt. Laut SVP Per Vegard Nerseth ist der neue Cobot nun kompakter – was eigentlich klar ist: es fehlt der andere Arm und der Body. Des weiteren kann man eine Ähnlichkeit zu Franka Emika’s kollaborierenden Roboter nicht von der Hand weisen. Die Intentionen hinter der Entwicklung des Yumi 2 sind mir aber schleierhaft. Mit den Spezifikationen wird er auf keinen Fall die Marktführer annähernd in Bedrängnis bringen. Per Nerseth sagte vor einigen Jahren selbst, dass ABB kollaborierende Technologien bis zu einer Nutzlast von 70 kg erwartet. ABB hat sich mit dieser Entwicklung ein Eigentor geschossen: ein Kunde wird entweder einen gewöhnlichen Industrieroboter kaufen oder (und das ist wahrscheinlicher) zur Konkurrenz wie bspw. Universal Robots und Rethink Robotics gehen. ABB hat mit dem Yumi 2 weder eine Lücke in ihrem Produktportfolio geschlossen noch sich ein Alleinstellungsmerkmal auf dem derzeitigen Markt geschaffen. Der Blindflug der Schweizer wird noch klarer, wenn man von der Entwicklungskooperation mit Kawasaki Heavy Industries hört.

 

Franka Emika erhält deutschen Zukunftspreis 2017

Das Team von Franka Emika mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier
Das Team von Franka Emika mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier hat neben der Regierungskrise Zeit gefunden den deutschen Zukunftspreis zu verleihen. Dieses Jahr ging die Trophäe an Franka Emika. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert und wird den Münchener einiges an Presse einbringen. Ein Foto ihres Cobots neben dem Bundespräsidenten würde sich bestimmt gut machen. Im Zuge des Preises hat Sami Haddadin auch weitere Pläne geäußert: Franka Emika plant für die Zukunft einen zweiarmigen Serviceroboter.

 

Toyota stellt neuen humanoiden Roboter vor

Der unangefochtene Star der Tokioter Messe iRex ist der neue Roboter T-HR3 von Toyota. Im Gegensatz zu Boston Dynamics’ Atlas ist der T-HR3 nicht so behäbig und kann via Fernzugriff mit VR-Brille gesteuert werden. Der T-HR3 ist nicht für die Serienproduktion gedacht, sondern soll zeigen, was alles mit der derzeitigen Technologie möglich ist. In einem weiteren Video ist die Vorführung des T-HR3 am Messestand zu sehen.

 

 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 46

Neuigkeiten bei Cobots in KW 46

Universal Robots und Marktforscher geben Studie über Cobot-Markt raus, Vox zeigt die divergierenden Meinungen über Arbeitsmarktveränderungen durch Roboter auf, Boston Dynamics zeigt neuen Roboter, Markt&Technik hinterfragt die Normierung von MRK, Wirtschaftsministerium sponsert amerikanischen Markteinstieg von Franka Emika und Rethink Robotics veröffentlicht Softwareupdate von Intera.

 

Über 10.000 Cobots in 2016 verkauft

Laut einer Studie der Shenzhen Gaogong Industry Research Consulting im Auftrag von Universal Robots wurden letztes Jahr 10.500 Cobots verkauft. Ich habe vor Kurzem selbst eine Marktanalyse aufgestellt und halte die Zahlen der Studie für realistisch. In meiner Analyse kam ich auf 7.530 verkaufte Einheiten, wobei ich weder Zahlen von ABB noch von Fanuc hatte. Die Differenz von 3.000 Einheiten erscheint mir aufgrund meiner Informationslücken plausibel.

 

Ökonomen streiten über den Einfluss von Roboter auf den Arbeitsmarkt

Es ist in vielen Medien die eine Frage: Vernichten Roboter unsere Jobs? Es gibt unterschiedliche Meinungen und Veröffentlichungen dazu. Die einen sagen Ja, die anderen sagen Nein. Ich hatte mich vor einem Jahr auch einmal dazu geäußert. Das Internetportal Vox hat in einem Video die zwei unterschiedlichen Seiten beleuchtet und zeigt, dass diese Diskussion schon mehrmals innerhalb der letzten Hundert Jahre geführte wurde. Für viele werden die Informationen nicht neu sein, aber trotzdem sehr interessant aufbereitet.

 

Boston Dynamics zeigt neuen Roboter

Das Tochterunternehmen von Softbank hat ein Video hochgeladen, in dem der neue Roboter SpotMini gezeigt wird. Die Quadrupedie ist sehr ausgeprägt und im Video sieht man, dass der Roboter auch hohe Geschwindigkeiten erreichen könnte. Die Bewegungen erinnern schon sehr an ein Tier. Schon im letzten Jahr hat Boston Dynamics (damals noch eine Tochter von Google) den SpotMini vorgestellt. Das neue Video zeigt aber eine in Serienproduktion herstellbare Version.

 

Experte sieht TS 15066 von Unternehmen nicht genügend Bedeutung beigemessen

Andreas Schunkert, Abteilungsleiter für technischen Support bei Universal Robots, spricht mit der Zeitschrift ‘Markt&Technik’ über die Normierung von MRK. Seiner Ansicht nach, ist die ISO/TS 15066 ein guter Ansatz, wird aber in Deutschland viel zu oft geringgeschätzt. Es ist interessant das Universal Robots dieses Problem selbst anspricht, immerhin sind die Dänen einer der größten Profiteure dieser Geringschätzung. Ein signifikante Anzahl von Applikationen würde bei einer strengen Auslegung der TS 15066, als auch der anderen Normen und EG-Maschinenrichtlinie 42/2006, nicht in Betrieb gehen. Demzufolge würde Universal Robots weniger Cobots verkaufen. Da UR die Konformitätsbewertung und Risikobeurteilung vollkommen ihren externen Partnern überlässt, hat dieses Finger-zeigen eine faden Geschmack.

 

Wirtschaftsministerium sponsert Franka Emika’s Markteintritt

Das Münchener Startup prescht in den letzten paar Monaten mit einer sehr hohen Geschwindigkeit nach vorne. Einen Kampfpreis für ihren Cobot, eine Nominierung für den Zukunftspreis und nun wird Franka Emika im Rahmen der Initiative ‘German Accelerator Tech’ beim Einstieg in den amerikanischen Markt unterstützt. Insgesamt werden 22 Startups an den Standorten Silicon Valley und New York von dem Programm profitieren. Den Münchnern werden mindestens für drei Monate (maximal neun Monate) bei ihren Aktivitäten im Silicon Valley unter die Arme gegriffen. Für die Startups sind alle Leistungen kostenlos und die Initiative wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bezahlt. Viele Robotikhersteller haben ihre Ländervertretungen für US-Markt im Mittlerer Westen angesiedelt, deshalb ist es wahrscheinlich, dass die Zeit im Silicon Valley zum Aufbau von Partnerschaften genutzt wird. Den Vertrieb von Redwood City aus zu beginnen, wäre strategisch nicht sinnvoll. Man muss Sami Haddadin aber schon applaudieren, da er zeigt, wie man mit wenigen Ressourcen den Markt von hinten aufrollen kann.

 

Rethink Robotics veröffentlicht Softwareupdate für Intera

Das Update auf Version 5.2 bringt eigentlich zwei wichtige Neuerungen. Zum einen können wichtige Kennzahlen direkt am Sawyer abgelesen werden (bspw. die Zyklusdauer), zum anderen ermöglicht die Software nun, dass externe Bildverarbeitungssysteme an den Sawyer angeschlossen werden können. Der Sawyer besitzt ein Bildverarbeitungssystem bzw. Bildverarbeitungssensor des Unternehmens Cognex: den Checker Vision Sensor. Des Weiteren besitzt er eine Kopfkamera. Welche Idee genau dahinter steckt, wird man wohl erst in einiger Zeit bei neuen Applikationen sehen können.