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Schlagwort: ISO/TS 15066

Sicherheitsexpertin Roberta Nelson Shea geht zu Universal Robots

Sicherheitsexpertin Roberta Nelson Shea geht zu Universal Robots

Im Februar diesen Jahres wurde die ISO-Norm für kollaborierende Roboter (ISO/TS 15066) unter Leitung von Roberta Nelson Shea veröffentlicht. Nun verlässt Shea ihren Posten als Direktorin der ‚Robot and Automation Safety Group‘ und beginnt eine neue Herausforderung als Global Technical Compliance Officer bei Marktführer Universal Robots. Shea hat jahrelange Erfahrung im Bereich der Robotik und ihre berufliche Laufbahn führte sie schon zu Rockwell Automation, Symbotic LLC, Applied Manufacturing Technologies, Pilz Automation Safety L.P., Honeywell und der Procter & Gamble Manufacturing Company. Sie war federführend beim Entwurf der neuen Norm für Cobots. Der vorherige GTCO, Lasse Kaffer, hat damals auch aktiv an der ISO 15066 mitgearbeitet. Die neue Norm wurde seinerzeit positiv von UR aufgenommen, weshalb diese Personalie logisch erscheint.

Der Cobot Hersteller Universal Robots hat Roberta Nelson Shea eingestellt
Neue GTCO von Universal Robots: Roberta Nelson Shea

Ihre neuen Aufgaben werden sehr komplex und herausfordernd, doch Shea als auch Universal Robots werden von dieser Partnerschaft langfristig profitieren. Die erfahrene Expertin wird dem „Start-Up“ helfen, die jetzige Marktposition weiter zu festigen und mögliche Sicherheitsprobleme zu vermeiden. Hauptaufgabe des GTCO wird die Umsetzung von Richtlinien sein, indes könnte Lobbyismus auch Teil ihrer Arbeit werden. Universal Robots’s Entwicklungsleiter Mogen Saigal kommentierte die Einstellung, in Zusammenhang mit der Wichtigkeit von Standards, mit den Worten:

Diese Spezifikationen sind ein wichtiger erster Schritt, um Richtlinien für die Robotersicherheit und Risikobeurteilungen zu formulieren. Das ist ein Thema, das Universal Robots weiterhin führend weiterentwickeln und vorantreiben wird – nun in Zusammenarbeit mit Roberta Nelson Shea. Außerdem wird sie unsere Mitarbeiter und Vertriebspartner generell in den Themen Robotersicherheit und Risikobeurteilungen schulen.

Der Interessenkonflikt wird deutlich und ist auch sichtbar. Im Komitee für Robotik, welches am 1. Januar 2016 aus der Taufe gehoben wurde, sitzen neben wissenschaftlichen Experten auch Industrievertreter von bspw. ABB, Universal Robots, Denso und Rockwell Automation. Die großen Konzerne sind sehr gut repräsentiert, weswegen neue Marktteilnehmer bzw. Start-Ups durch spätere Einflussnahme innerhalb des Komitees am Markteintritt oder Wachstum gehindert werden könnten. Natürlich hat die ISO einen Ethikcode und würde solchen Lobbyismus nicht dulden, aber in der Politik ist es nicht anders.

Die Personalie war wohl vor längerer Zeit besiegelt worden, denn Frau Shea beginnt ihre Arbeit Anfang nächster Woche. Ihr Netzwerk, welches sie in den letzten Jahrzehnten als Vorsitzende des Sicherheitskomitees der RIA aufgebaut hat, wird UR eine große Bereicherung sein und das Wachstum der Firma weiter fördern.

Strategisch gesehen, kann man nur sagen: „Chapeau, Universal Robots!“ , aber moralisch ist diese Einstellung eine Gratwanderung.

 

Bildquelle: Universal Robots