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Neuigkeiten bei Cobots in KW 18/2018

Neuigkeiten bei Cobots in KW 18/2018

Teradyne kauft MiR aus Dänemark, Franka Emika gründet Gemeinschaftsunternehmen mit Voith, Robotikhersteller profitieren vom China-Boom.

 

Mobile Industrial Robots für 121 Millionen Euro gekauft

Noch während die Hannover Messe im vollen Gange war, hat Teradyne letzte Woche das dänische Unternehmen Mobile Industiral Robots (kurz MiR) gekauft. Das Unternehmen wurde erst 2015 gegründet und ist nur einen Steinwurf vom Stammsitz des Teradyne Unternehmen Universal Robots entfernt. Neben dem Kaufpreis von 121 Millionen Euro erhalten die Gründer, welche auch weiter die Geschäfte führen, eine variable Vergütung von 101 Millionen Euro, sobald verschiedene Geschäftsziele innerhalb eines festgelegten Zeitraums erfüllt werden. Da der Markt für solche mobilen autonomen Transportroboter noch sehr klein ist (abgesehen von den klassischen Flurförderzeuge), sollten diese Ziele schnell erreicht werden. Mit der Akquisition baut Teradyne seine Automatisierungssparte aus. Die Aktionäre haben sehr negativ auf den Zukauf reagiert – die Aktie fiel nach der Bekanntgabe um 17 Prozent. Synergien sehe ich vor allem im Vertrieb, da Universal Robots weltweit gut vertreten ist und Nutzung der Strukturen für die MiR Produkte sinnvoll erscheint. Universal Robots hat schon einige gute wie schlechte Erfahrungen gemacht und MiR kann von den Erfahrungen lernen. Eine Entwicklungskooperation ist in näherer Zukunft unwahrscheinlich, wobei die beiden dänischen Unternehmen bei Systemlösungen nun auf den jeweils anderen zurückgreifen werden. Ein mobiler Cobot wie der KMR iiwa oder der Stäubli Helmo könnte in frühestens fünf Jahren interessant sein.

 

Voith Robotics – ein Unternehmen von Voith und Franka Emika

Franka Emika hat den nächsten Kunstgriff getätigt. Das Münchener Unternehmen der Haddadin-Brüder ist eine strategische Partnerschaft mit Voith eingegangen. Das Gemeinschaftsunternehmen Voith Robotics wird weltweit den Vertrieb und Integration von Systemlösungen auf Basis des Cobots von Franka Emika durchführen. Desweiteren wird Voith auch selbst individuelle Apps für Kunden programmieren.

Mit diesem Zusammenschluss hat Franka einen wichtigen Partner gewonnen und Voith konnte sich direkt an einer wichtigen Zukunftstechnologie beteiligen. Zuvor war Voith mit über 25 Prozent Großaktionär beim Augsburger Unternehmen Kuka, verkaufte die Anteile aber 2016 an den chinesischen Konzern Midea. Sami Haddadin kann sich mit der Kooperation über eine Joint-Venture sicher sein, dass nicht wieder ein Desaster wie mit Kuka geschieht und er zudem durch Voith auf einen hohen Erfahrungsschatz im Industriegüterbereich zurückgreifen kann.

 

Robotikhersteller profitieren vom China-Boom

Der japanische Konzern hat im Jahr 2017 ein Umsatzwachstum von sagenhaften 35 Prozent erzielt. Der Konzern konnte den Umsatz auf 5,5 Milliarden Euro steigern und der Nettogewinn betrug 1,3 Milliarden Euro. Wie man es schon im letzten Jahr von vielen Insidern gehört hat, sind die Absätze in China sehr angestiegen, bspw. hat Fanuc seinen Umsatz in China um 100 Prozent gesteigert. Damit bestätigen die Unternehmensberichte langsam die Prognosen des Branchenverbands IFR, denen ich immer skeptisch gegenüber war.

Umsatzanteil der Roboter Unternehmen in China in 2017
Marktanteile der Top 5 Roboterhersteller in China im Jahr 2017

Die chinesischen Robotikhersteller profitieren ebenso von dem Boom in ihrer Heimat. Siasun konnte seinen Umsatz letztes Jahr um über 20 Prozent auf 318 Millionen Euro steigern. Es ist aber auch erkennbar, dass das Unternehmen sehr von staatlichen Subventionen profitiert und ohne diese nicht überleben könnte.

Inwiefern der Boom weiter anhalten wird, kann niemand genau sagen. Fanuc plant schon mit einem Umsatzrückgang für das Jahr 2018. Trotzdem vertrauen alle Marktteilnehmer auf den Strategieplan “Made in China 2025”. Immerhin wurden im letzten Jahr Roboter im Wert von über 3,2 Milliarden Euro im Reich der Mitte verkauft. 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 07/2018

Neuigkeiten bei Cobots in KW 07/2018

Rethink Robotics stellt SDK für Forschungs- und Bildungseinrichtungen vor, Boston Dynamics Roboter öffnet Türen, SIASUN stellt mobilen Cobot vor, Schunk richtet hochkarätige Cobot-Konferenz aus und Wall Street Journal unternimmt Reise zu asiatischen Robotikherstellern.

 

Software Development Kit für Sawyer

Rethink Robotics hat für seinen Cobot Sawyer ein Update des SDK durchgeführt. Das SDK ist schon seit 2016 erhältlich, aber nun wurde ein Upgrade speziell im Hinblick auf Bildungseinrichtungen umgesetzt. Das Upgrade ermöglicht bspw. die Integration des Gazebo-Simulators.

 

Boston Dynamics zeigt neues Video von SpotMini

Im letzten Jahr hat Boston Dynamics den neuen SpotMini vorgestellt und nun wurde vor einigen Tagen ein neues Video mit zweien dieser Art veröffentlicht. Die beiden Roboter öffnen von selbst eine Tür (scheinbar mit Türschließer ausgestattet) und wechseln die Räume. Vor einem Jahr war schon der SpotMini mit Kinematik auf youtube gezeigt worden, damals aber noch ohne Ummantelung.

Es ist erstaunlich, wie durch die Investition von SoftBank die Entwicklung so schnell aufblüht, wo doch unter Google der Forschungsstand stagnierte.

 

SIASUN stellt mobilen Cobot vor

Das Unternehmen SIASUN ist einer der führenden lokalen Robotikhersteller in China und hat vor kurzem einen mobilen Cobot vorgestellt. Dieser stellt neben dem Kuka KMR iiwa einen der wenigen voll autonomen mobilen Cobots dar. Einige technische Daten sind:

  • Payload von max. 5 kg,
  • Wiederholgenauigkeit von +/- 0,02 mm,
  • sieben Achsen,
  • Programmierung durch Teaching,
  • Kollisionssicherheit durch Kraftbegrenzung,
  • verschiedene Schnittstellen und
  • bild-, magnetisch- sowie lasergestützte Navigation.

 

 

Schunk richtet Cobot-Fachkonferenz aus

Der Greiferspezialist Schunk richtet vom 28.Februar bis 1.März an ihrem Hauptsitz in der Nähe von Heilbronn die Schunk Expert Days aus. Das Programm weist einige hochkarätige Redner/innen auf: Prof. Sami Haddadin (Franka Emika), Melonee Wise (Fetch Robotics) oder Dr. Walter Wohlkinger (Blue Danube Robotics). Dazu werden Mitarbeiter von BMW oder DHL ihre Erfahrungen mit Cobots schildern. Weitere Vorträge kommen bspw. von Mitarbeitern des Fraunhofer Instituts, der Robert Bosch Start-Up GmbH und Kuka. 

 

WSJ zeigt überspitzte Dokumentation über Asiens Robotikmarkt

Das Wall Street Journal hat vor zwei Wochen eine Dokumentation über den asiatischen Robotikmarkt, insbesondere China, veröffentlicht. Die interessanten Fakten sind; dass Yaskawa selbst schon ihren Cobot in der eigenen Produktion einsetzt und wie das chinesische Unternehmen Rapoo teilweise 80 Prozent ihrer Produktion automatisiert hat.

Die anderen gezeigten Fakten sollten aber nicht ernst genommen werden, da die Recherche für den Beitrag scheinbar nicht sehr tiefgreifend war. Einige Schlussfolgerungen, wie bspw. die Korrelation der chinesischen Demografie und den vergangenen Wachstumsraten des Robotikmarktes erscheint mir sehr weit hergeholt. Der Beitrag wird vor allem die Aktienkurse der Hersteller positiv beeinflussen. Robotikunternehmen haben sich innerhalb der letzten zehn Jahre von Nischenaktien zu Börsenlieblingen entwickelt.   

 

Einigen Stammlesern ist in den letzten Wochen meine Abwesenheit aufgefallen. Dies war der Tatsache geschuldet, dass ich meine Masterarbeit abgeschlossen habe und eine letzte Klausur absolviert habe.