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Schlagwort: Universal Robots

Weltweite Marktlage von kollaborierenden Robotern (Cobots)

Weltweite Marktlage von kollaborierenden Robotern (Cobots)

In einigen Wochen erscheint der neue World Robotics Report 2017 des IFR. Dort werden alle Verkäufe von Robotern verschiedener Arten erfasst, aber bis jetzt ist noch nicht klar, ob auch Cobots erfasst werden. Es gibt viele Konzerne als auch junge Unternehmen, welche Lösungen im Bereich der kollaborierenden Robotik entwickelt haben, aber nur wenige mit einem marktfähigen Endprodukt. Der derzeitige Marktführer ist Universal Robots (kurz: UR), wobei ABB in ihrem Jahresbericht sich selbst als Marktführer bezeichnet haben. ABB hat leider keine Zahlen herausgegeben, doch ich bezweifle, dass sie mit ihrem Cobot „Yumi“ auch nur annähernd an die Absatzzahlen von UR herankommen. Danach folgt Rethink Robotics (kurz: Rethink) und auf dem dritten Platz die Kuka AG. Die Robert Bosch GmbH gibt leider auch keine Zahlen heraus, aber ich traue mir eine Schätzung zu. Weitere Hersteller wie Fanuc geben ebenfalls keine Zahlen über den Absatz ihrer Cobots heraus. Yaskawa hat ihren Cobot HC-10 letztes Jahr auf der Automatica vorgestellt und es ist unwahrscheinlich, dass sie schon mehr als ein paar Dutzend davon verkauft haben. Stäubli hat ihren Cobot erst dieses Jahr auf der Hannover Messe vorgestellt.

Die Absatzzahlen von Cobots nach Hersteller im Jahr 2016
Absatzzahlen von Cobots in 2016 (Quelle: Teradyne, robotenomics.com, SEC und eigene Recherche)

Wie man im Diagramm sehen kann, ist Universal Robots das Zugpferd der Branche. Dies hat mehrere Gründe.

Preis

Der Preis für einen Cobot von UR beginnt bei 25.000 Euro, wodurch die Investition in Automatisierung selbst für KMUs interessant wird. Im Vergleich liegt ein Cobot von Kuka bei über 100.000 Euro und der Bosch APAS bei über 70.000 Euro.  Nur Rethink ist ebenfalls mit einem Preis ab 20.000 Euro am Markt vertreten.

Integration

Die kollaborierenden Roboter von UR können von externen Dienstleistern in eine Produktion integriert werden und diese Integration geschieht sehr schnell und effizient. Rethink führt die Integration selbst durch. Der LBR iiwa von Kuka dagegen ist meist eine Speziallösung im Sinne eines Projektes.

Roboterprogrammierung

Der Cobot von UR ermöglicht die Programmierung des Cobots über ein Drag&Drop-Menü, dazu bietet UR ein Online-Seminar für die Programmierung ihrer Roboter an. Rethink benutzt ihr eigenes Betriebssystem und der Roboter wird durch Training (“teaching”) programmiert. Kuka’s LBR iiwa basiert auf Java und es benötigt einen erfahrenen Informatiker um neue Aufträge zu implementieren.

Offenes System (für Weiterentwicklung)

Das dänische Unternehmen erlaubt auch externen Unternehmen Programme und Hardware für den UR zu entwickeln. Kuka und Rethink ermöglichen dies nicht, sondern vereinbaren exklusive Kooperationen mit anderen Unternehmen. Alle Unternehmen bieten aber die gängigen Schnittstellen an.

 

Weltweit über 21.000 Cobots in Betrieb

Die knapp 21.000 Cobots auf der Welt sind sogar mehr als die von der Bank Barclays im Jahr 2015 erwarteten Anzahl an Operational Stock. Barclays hat für das Jahr 2017 ein Ziel von 32.000 verkauften Cobots angesetzt, aber ich schätze, es wird eher die Hälfte sein, wobei ein Großteil (über 60 Prozent) durch Universal Robots geschieht. Die Dänen wachsen jedes Jahr um über 50 Prozent und stellen damit einen Segen für das Mutterunternehmen Teradyne dar.

Absatzzahlen von Universal Robots
Absatzzahlen von Universal Robots (Quelle: Teradyne, SEC, eigene Berechnung)

Universal Robots wird auch dieses und nächstes Jahr um über 50 Prozent wachsen. Rethink hat im letzten Jahr auch ein hohes Wachstum gezeigt, wobei dies möglich war, da die Roboter von externen Dienstleistern produziert werden. Die anderen Hersteller werden im Vergleich zu UR/Rethink nur kleine Schritte machen und damit hängt das Marktwachstum eigentlich von den Dänen und Amerikanern ab. Kuka erhielt vor kurzem die Zertifizierung für die medizintechnische Version ihres Cobots, weshalb ein kleiner Anstieg dort möglich ist. Ich schätze, dass die Augsburger in diesem Jahr circa 350 bis 400 Einheiten verkaufen werden.

ABB hat zwar den Nachfolger des Yumi entwickelt (“Yumi 2”), aber eine Markteinführung ist nicht bekannt.

Marktvolumen liegt bei fast 182 Millionen US-Dollar

Die Frage des monetären Marktvolumens ist schwieriger zu beantworten. Auf der Marktforschungsplattform marketsandmarkets.com feilbieten verschiedene Studien mit Angaben von 1 Milliarden US-Dollar bis 3 Milliarden US-Dollar. Nicht zu vergessen, die Studie der Barclays Bank, welche ein Marktvolumen von 12 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2025 erwartet.

Laut dem Unternehmen Teradyne betrug das Marktvolumen zum Zeitpunkt ihrer Acquisition von Universal Robots 100 Millionen US-Dollar. Nach meinen Schätzungen lag es im Jahr 2016 zwischen 144 Millionen und 182 Millionen US-Dollar. Dieses Jahr wird das Marktvolumen über 200 Millionen US-Dollar betragen.

Ein großes Wachstum sehe ich bei Anbietern von Greifsystemen und Kollisionsschutz. Dort geschah im letzten Jahr eine kleine “Produktexplosion”, mit Highlights von Festo oder Mayser. Die Anbieter profitieren zum einen von direkten Kooperationen (bspw. Festo mit Kuka) und zum anderen auch von offenen Systemen wie das von UR.

 

Neuigkeiten bei Cobots in KW 34

Neuigkeiten bei Cobots in KW 34

Rethink Robotics erhält weitere Millionen, Kuka’s LBR med zertifiziert und Audi setzt UR5 bei RS5-Produktion ein.

 

Rethink Robotics erhält weitere 18 Millionen US-Dollar

Rethink Robotics hat gestern weitere 18 Millionen US-Dollar von seinen Investoren erhalten. Das geht aus einem Dokument der amerikanischen Börsenaufsicht SEC hervor. Dieser Betrag ist eine weitere Tranche aus der E-Finanzierungsrunde vom Anfang des Jahres. Damit hat Rethink schon 150 Millionen US-Dollar bei Investoren eingesammelt. Dieses Geld ist auch nötig, da der Cobot Baxter aufgrund von falscher Marktforschung ein Flop war.

 

Kuka’s LBR med ermöglicht nun MRK im OP

Die Augsburger produzieren innovative Nachrichten fast so schnell wie ihre Roboter. Der kollaborierende Roboter LBR iiwa ist nun für die Nutzung im medizintechnischen Bereich zertifiziert und hört auf den Namen ‚LBR med‚. Er ist nach dem „IECEE – CB- Scheme“-Verfahren zertifiziert worden, da medizintechnische Produkte nicht unter die Maschinenrichtlinie der EU fallen.

 

Audi setzt UR5 Cobot in der Produktion für das RS5 Coupe ein

Die VW-Tochter setzt in ihrem Hauptwerk in Ingolstadt seit einiger Zeit einen kollaborierenden Roboter von Universal Robots ein. Der Cobot wird bei der Montage des CFK-Dachs genutzt, welches optional von Kunden gewählt werden kann. Im Gegensatz zum normalen Dach ist die Montage des CFK-Dachs für den Produktionsmitarbeiter nicht möglich (bzw. sehr schwierig) und der kollaborierende Roboter unterstützt diesen dabei.

Neuigkeiten bei Cobots in KW 7

Neuigkeiten bei Cobots in KW 7

Universal Robots bietet kostenlose Programmierlehrgänge für ihre Roboter an. Kuka feiert für das Jahr 2016 einen Rekord bei den Auftragseingängen. BMW integriert Cobot LBR iiwa bei der Montage der Vorderachsgetriebe für Allradfahrzeuge.

 

Universal Robots bietet Online-Kurse für ihre Cobots an

Universal Robots hat vor einigen Tagen die „Universal Robots Academy“ eröffnet. UR ermöglicht damit, die Programmierung für ihre Modelle in sechs Online-Kursen zu lernen. Die Kurse sind vor allem für Mitarbeiter kleiner und mittelständischer Unternehmen gedacht. UR zeigt damit wieder, dass sie sehr innovative Wege gehen, um ihr Geschäft weiter auszubauen. Die kanpp 90-minütige Kursreihe kann von Mitarbeitern innerhalb eines Vormittags durchgearbeitet werden. Solche Online-Seminare sollte noch mehr Kunden zu UR führen. Die Kurse sind in fünf Sprachen verfügbar und erlauben damit ein weltweites Marketing für die UR-Modelle. Die Dänen sprechen davon, mit den Kursen die Berührungsängste gegenüber kollaborierenden Roboter zu senken, aber in Wirklichkeit senkt man damit die Angstschwelle bei potenziellen Kunden, ob sich eine Investition in UR-Roboter lohnt. Zusammen mit UR+, dem Kooperationsprogramm für externe Entwickler, stellt sich Universal Robots immer besser auf und fokussiert sich weiter auf die Zielgruppe der SME, während ABB, Fanuc oder Kuka bei Großunternehmen in der Automobilbranche ihre Chancen sehen. Zudem zeigt UR auf der Hannover Messe erstmals Komplettlösungen von ihren Vertriebspartnern.

 

KUKA beendet das Jahr 2016 mit Auftragsrekord

Kuka hat im letzten Jahr neue Aufträge im Wert von 3,4 Milliarden Euro verbuchen können. Die Anzeichen für die Auslastung und den Erfolg von Kuka war in den letzten Wochen schon erkennbar: es wurden Zusatzflächen für die Produktion angemietet und die Zulieferer kommen mit ihrer Produktion nicht hinterher. Dazu wurde der Aufsichtsrat von Kuka neu besetzt und die ersten Führungskräfte von Midea erhalten einen Platz am Tisch.

 

BMW integriert LBR iiwa in bestehende Getriebemontage

BMW nutzt den LBR iiwa nun auch bei der Vorderachsmontage. Da schon im letzten Jahr bekannt wurde, dass BMW die Anzahl von kollaborierenden Roboter von 20 Stück auf 40 Stück erhöht hat, ist dies keine Sensation. Nur bei Vorderachsmontage wurde die Produktionslinie nicht neu geplant und gebaut, sondern der Cobot wurde nachträglich in die Produktion integriert.

Neuigkeiten bei Cobots in KW 6

Neuigkeiten bei Cobots in KW 6

Bei Kuka in Augsburg steht die Produktion still. Universal Robots bandelt mit Logistikkonzern Kühne+Nagel an. ABB Robotic Divison bricht der Umsatz weg.

 

KUKA stoppt Produktion

Kuka hat die Produktion der Modellreihe KR Quantec gestoppt, da Zulieferer nicht die benötigten Zwischenerzeugnisse fristgerecht liefern können. Derzeit feiern 250 Mitarbeiter ihre Überstunden ab. Kuka ist sehr ausgelastet, da der Markt ihnen ihre Produkte aus den Armen reißen. Schon letztes Jahr hat Kuka Zusatzflächen angemietet, um die Produktion der mobilen Robotik zu vergrößern. Midea hat mit dieser Akquisition ein Schnäppchen gemacht…

 

UR kooperiert mit Kühne+Nagel

Universal Robots ist eine strategische Kooperation mit K+N eingegangen. UR wird mit seinen Cobots die Prozessautomation bei der Kühne+Nagel unterstützen. Dadurch soll die Profitabilität gesteigert und Umschlagzeiten reduziert werden.

 

ABB Robotiksparte hat mit Umsatzrückgang zu kämpfen

Nach dem Machtkampf der Investoren und dem Vorstand hat ABB die nächste Stufe ihrer „Next Level“-Strategie durchgeführt und ABB in vier neue Bereiche organisiert. Im vierten Quartal 2016 hat laut Aussagen von ABB die Robotiksparte das Ergebnis des Bereichs ‚Discrete Automation & Motion‘ gerettet, aber wenn man ans Ende der Präsentation gelangt, sieht man die Ergebnisse nach den neuen Bereichen. Dort sieht man auf zwei Folien ganz klar, dass ABB im neuen Bereich ‚Robotic & Motion‘ einen Auftragsrückgang von 5 Prozent und Umsatzrückgang von 3,4 Prozent für Jahr 2016 hatte. Dazu fiel die Gewinnmarge. Herr Atiya trifft keine Schuld. Nach einem halben Jahr kann man noch keine Erfolge erwarten, aber die Aktionäre werden spätestens zum Halbjahresbericht 2017 positive Tendenzen sehen wollen.

Neuigkeiten bei Cobots in KW 3

Neuigkeiten bei Cobots in KW 3

Nach letzter Woche gibt es wieder ein paar Neuigkeiten. General Electric setzt in der Fertigung in Oslo einen Fanuc CR35-iA ein. MM-Auflistung von aktuellen MRK-Greifern nach neusten Sicherheitsstandards. Am 26.Januar gibt Teradyne seine Quartalszahlen für das letzte Quartal 2016 bekannt und es wird wieder ein Umsatzplus durch UR erwartet.

 

Fanuc CR35-iA in Oslo unterstützt GE-Mitarbeiter

General Electric setzt seit Kurzem einen Fanuc CR35-iA in ihrer Fertigung in Oslo ein. Der Cobot wurde im Dezember letzten Jahres installiert. Vorher wurden die Einsatzmöglichkeiten durch ein Team von General Electric in den USA getestet. General Electric hat schon den kollaborierenden Roboter Baxter von Rethink Robotics im Einsatz. Im Laufe des Jahres erwartet General Electric, dass vier weitere Cobots in Oslo eingesetzt werden können und die Mitarbeiter bei der Produktion unterstützen.

 

MM gibt Auflistung von aktuellen MRK-Greifern

Das Fachmagazin Maschinenmarkt hat einen Leitartikel über MRK-Greifer herausgebracht. Dort wird über die aktuelle Situation gesprochen und auch über den Zusammenhang der neuen kollaborierenden Greifersysteme mit der ISO/TS 15066. Im Artikel wird klar, dass Kuka in diesem Bereich [durch verschiedene Kooperation] wieder eine Vorreiterrolle innehat.

 

Spekulationen über die Quartalszahlen Q4/16 bei Teradyne

Die Börse spekuliert in den letzten Tagen mit dem Wertpapier von Teradyne – dem Mutterunternehmen von Universal Robots. Innerhalb der letzten Woche habe die Käufe der Aktie um 91 Prozent zugenommen. Die Quartalszahlen werden erst am 26.01.2017 veröffentlicht aber aufgrund der vorherigen Quartale kann davon ausgegangen werden, dass die Auftragsbücher von Universal Robots wieder prall gefüllt sein werden.